In den vergangenen Tagen, als die Nationalspieler allesamt auf Reisen waren, blieb Mahmoud Dahoud in Dortmund. Dem U21-Alter ist der 23-Jährige seit dem Beginn dieser Saison entwachsen. Als spielte Dahoud gegen Energie Cottbus anstatt gegen Griechenland und Wales.

Und beim 5:1 gegen den Regionallisten machte der Edeltechniker durchaus eine auffällige Partie. Dass er sich dadurch nachhaltig für einen Startelfeinsatz am Samstag gegen Bayer Leverkusen empfehlen konnte, ist allerdings nicht zu erwarten. Wie schon an den ersten drei Spieltagen winkt dem Schnäuzer-Träger ein Platz auf der Bank.

BVB beharrt auf Verbleib

Dabei hatten die Dortmunder noch vor einigen Wochen vehement darauf beharrt, dass Dahoud diese Saison im Dress der Schwarz-Gelben bestreitet. Möglichkeiten zum Wechsel hätte es für den Spielgestalter ausreichend gegeben. Doch bei der Sportlichen Führung des BVB hat man große Hoffnungen auf einen baldigen Reifungsprozess beim verspielten Rechtsfuß.

2017 war Dahoud für zwölf Millionen Euro aus Gladbach gekommen. Seitdem stagnieren die Leistungen. Und es scheint ganz so, als scheue Lucien Favre das Risiko, Dahoud durch regelmäßige Einsätze zur Leistungssteigerung zu verhelfen – zu häufig hatte der gebürtige Syrer in der Vergangenheit hanebüchene Fehler in sein Spiel eingebaut. Die Kollegen Axel Witsel, Julian Weigl oder auch Thomas Delaney strahlen zwar nicht so viel Spielwitz aus wie Dahoud an guten Tagen, sind aber deutlich gefestigter in ihrem Spiel.

In Dortmund am Scheideweg

Wie geht es also weiter mit der Pferdelunge, die früher regelmäßig die besten Laufleistungen aller Bundesligaspieler in den Rasen brannte? Vertraglich ist Dahoud noch bis 2022 an den BVB gebunden. Akuter Handlungsbedarf besteht diesbezüglich also nicht. Aber ewig so weitergehen sollte es für den eleganten Mittelfeldmann nicht. Auch das Wechsel-Veto von Michael Zorc und Co. dürfte irgendwann nicht mehr so unumstößlich sein wie noch im Sommer.