Am gestrigen Montag verlängerte Johannes Eggestein seinen auslaufenden Vertrag beim SV Werder Bremen. Es war eine reiflich überlegte Entscheidung des 20-Jährigen, die vor allem auf sportlichen Argumenten fußt. An der Weser sieht Eggestein die Chance, in seiner Entwicklung die nächste Schritte zu machen. Trainer Florian Kohfeldt setzt uneingeschränkt auf die Qualitäten des Rechtsfußes.

Das war auch schon so, als Eggestein eine schwierige Phase seiner Karriere durchlief. Und zwar die im Übergang vom Junioren- zum Herrenbereich. Mangelnde Athletik war einige Jahre die Achillesferse des Angreifers. Gezielt arbeitete er daran mit Fitnesstrainer Günther Stoxreiter. Seit einigen Monaten kommt Eggestein nun deutlich dynamischer, schneller und durchsetzungsfähiger daher.

Eher Achter als Neuner

Zugute kommt Eggestein auch die Umschulung, die er unter Kohfeldt durchlaufen hat. Vom echten Neuner, der im Zentrum gegen die Abwehr-Riesen ranmuss, funktionierte ihn sein Förderer zum Offensivmotor um. In seiner neuen Rolle, ob nun auf der Acht oder auf dem Flügel, hat Eggestein das Spiel vor sich und kann seine Spielintelligenz zum Tragen bringen. Als Torjäger tritt er nun allerdings deutlich seltener in Erscheinung als zu Jugendzeiten.

Johannes hat sich mit viel Geduld, viel Arbeit und guten Leistungen zu einem festen Bestandteil des Bundesliga-Kaders entwickelt“, lobt Frank Baumann das Eigengewächs via ‚DeichStube‘.

In Bremen darf man durchaus stolz sein auf den Verlauf, den die noch junge Karriere des kleineren Eggestein bis dato nimmt. Denn abseits von immensem fußballerischem Talent sind es in diesem Fall Tugenden gewesen, die im schnelllebigen Tagesgeschäft teilweise abhanden gekommen sind: Geduld, Beharrlichkeit und Loyalität. Ebenjene Attribute auf beiden Seiten haben aus dem Jugend- einen Herrenspieler gemacht. Insofern war die Vertragsverlängerung bei Werder nur folgerichtig.