Ballon d’Messi

Lionel Messi hat es wieder getan. Nach 2009, 2010, 2011, 2012 und 2015 erhielt der Barcelona-Star gestern seinen sechsten Goldenen Ball. Damit ist La Pulga der neue Rekordhalter und übertrifft seinen Rivalen und fünffachen Sieger Cristiano Ronaldo. „Der Einzige“, titelt die ‚L’Équipe‘ über den neuen Führenden. Veranstalter ‚France Football‘ benennt den Angreifer prompt in „Leo Messix“ um.

„Fußball hat nur einen Gott“

Auch in Spanien verbeugt sich die gesamte Presse vor dem Fußball-Messias. Die klar neutrale Fachzeitschrift ‚Sport‘ aus Barcelona schreibt: „Der Fußball hat nur einen Gott.“ Bei der ‚Mundo Deportivo‘ war man richtig kreativ und macht mit der Schlagzeile „Messix“ auf (klingt irgendwie vertraut). Selbst die pro-madrilenischen Zeitungen erweisen dem Argentinier den Respekt. Die ‚Marca‘ erkennt an, dass der Sieg einer „für die Geschichte“ war. Die ‚as‘ wagt ebenfalls ein Zahlenspiel, setzt sich mit „M6ssi“ immerhin von dem scheinbaren „Messix“-Mainstream ab. In Messix’ (!) Heimatland erinnert man daran, dass man dem 32-Jährigen nicht ewig beim Kicken zuschauen kann. Die Tageszeitung ‚Olé‘ warnt: „Die Pensionierung kommt“.

Mané und van Dijk beraubt?

Was für Lionel Messi ein durchschnittlicher Montagabend war, war für andere Nominierte der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere. Auch die Liverpool-Stars Saido Mané und Virgil van Dijk und waren in der Verlosung. Der Niederländer landete mit nur sieben Punkten Rückstand hinter Messi auf Platz zwei – für den ‚Liverpool Echo‘ eine Schande: „Virgil wird von dem Größten beraubt.“ Auch die niederländische Tageszeitung ‚AD‘ hatte sich mehr erhofft, erkennt aber an: „Virgil van Dijk beim Ballon d’Or geschlagen, Messi ist wieder der Beste der Welt“. Van Dijks Teamkollege Mané landete auf Platz vier. In seiner Heimat Senegal hätte man den Angreifer wenigstens auf dem Podium gesehen und fragt: „Ist der vierte Platz nicht undanbkar für Mané?