1. Chancenverwertung

Niko Kovac wird nicht müde zu betonen, dass die derzeit magere Torausbeute in erster Linie an der Chancenverwertung liegt. Zuletzt sagte der Coach: „Wir schießen genauso häufig aufs Tor wie in der vergangenen Saison. Nur sind die Schüsse einfach nicht drin.“ Tatsächlich landeten in der Vorsaison noch 20 Prozent aller Abschlüsse im Tor. Aktuell sind es nur rund zehn Prozent. Das sollte sich gegen eine Top-Mannschaft wie den BVB tunlichst ändern.

2. Zu defensive Spielweise

Absicherung ist bei Kovac Trumpf. Mindestens drei Spieler der Viererkette sollen immer hinten bleiben, um Kontergegentore zu vermeiden. Das klappt zwar bislang ganz gut – allerdings gehen die Stars laut ‚Sport Bild‘ mit dieser Idee nicht konform. Eine Mannschaft gegen ihre eigenen Ideen auf das Feld zu schicken, birgt Gefahren. Missmut und taktische Ausreißer gefährden den Erfolg. Ein Kompromiss muss her.

3. Fehlendes Tempo

Schnelles Umschalten“ wolle er den Bayern einimpfen, sagte Kovac bei seiner Präsentation im Juni. Davon bis heute aber noch nicht wirklich viel zu sehen. Der Coach setzt stets auf das gewohnte 4-3-3-System, das auf Ballbesitz ausgelegt ist. Führen die Bayern das Spielgerät am Fuß, wirken die Aktionen der Münchner in aller Regel behäbig. Spieler halten den Ball zu lange, sodass sich der Gegner rasch wieder sortieren kann. Umschaltmomente fehlen beinahe gänzlich, auch da mit Kingsley Coman der beste Sprinter seit Monaten fehlt.

4. Thiago-Ausfall

Ein großes Loch hinterlässt zudem die Verletzung von Thiago. Der Spanier war in der laufenden Spielzeit wohl der konstanteste Profi und entwickelte sich im Mittelfeld zum Führungsspieler. Insbesondere die Kreativität und Passsicherheit des 27-Jährigen macht das Bayern-Spiel fluide. Nun liegt es an James Rodríguez, in die Rolle des Spielmachers zu schlüpfen. Ausgerechnet also an jenem Spieler, der mit Kovac bisher so gar nicht warm wurde.