Am gestrigen Montagabend tagte die Dortmunder Elefantenrunde um Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc, Sebastian Kehl und Matthias Sammer. Auf der Tagesordnung stand vor allem ein Punkt: Die Aufarbeitung der peinlichen 0:4-Klatsche gegen den FC Bayern. Als Konsequenz soll nun feststehen, dass im Winter ein neuer Stürmer geholt wird – ob Trainer Lucien Favre will oder nicht.

Wie der Schweizer dazu steht, ist nicht klar. Kehl offenbarte vor kurzem, dass man dem Übungsleiter schon im Sommer gerne einen neuen Stürmer an die Hand geben wollte, Favre allerdings kategorisch ablehnte. Die vergangenen Wochen und die vor allem gegen gut sortierte Abwehrreihen völlig harmlosen BVB-Angreifer sollten auch den stoischen Fußballlehrer zum Umdenken veranlasst haben.

Haaland schon zu groß für den BVB?

Seit dem Sommer wurden einige vielversprechende Torjäger mit den Schwarz-Gelben in Verbindung gebracht. Mitte September galt der BVB bei Erling Haaland als „Favorit auf einen Transfer“. Mit nunmehr verrückten 32 Torbeteiligungen in 18 Spielen hat der in England geborene Norweger aber mittlerweile fast jeden Topklub auf den Plan gerufen.

Ein generelles Ausschlusskriterium ist dies nicht. Auch Ousmane Dembélé konnte am Ende zu jedem Starensemble wechseln. Da die Dortmunder aber die ersten waren, die sich um den Franzosen bemüht hatten, bekamen sie den Zuschlag. Ähnliches könnte auch bei Haaland klappen, wenngleich der 19-Jährige durch die Einsätze in der Champions League in einem ganz anderen Rampenlicht steht. Darüber hinaus hat RB Salzburg eigentlich keinen Grund, den Topstürmer schon im Winter zu verkaufen.

Díaz darf Real verlassen

Bei Mariano Díaz ist die Ausgangslage eine völlig andere. Der gebürtige Spanier mit dominikanischem Pass ist auf dem Markt und darf Real Madrid trotz Vertrag bis 2023 verlassen. Neben Schalke 04 wurde auch der BVB bereits als möglicher Interessent genannt. Derzeit soll jedoch ein Wechsel nach Katar zu Al Rayyan anstehen.

Da in Dortmund ja aber dieser Tage ein Umdenken eingesetzt hat, könnte der 26-Jährige womöglich doch noch den Weg gen Ruhrpott einschlagen. Bei den Königlichen konnte Díaz nicht mal im Ansatz sein Potenzial unter Beweis stellen. Anders sah es in der Saison 2017/18 aus, als ihn Real an Olympique Lyon verkauft hatte und im Anschluss zurückholte.

Nach 48 Spielen für die Franzosen standen 27 Torbeteiligungen zu Buche. Díaz könnte dabei mit seinen 1,80 Meter Körpergröße auch ein Stürmertyp sein, den Favre akzeptiert, der sich ja bekanntlich mit Händen und Füßen gegen einen echten Brecher wehrt.

Odsonne Édouard hat sich vor allem in dieser Saison in den Fokus der Schwarz-Gelben geschossen. Der Franzose in Diensten von Celtic Glasgow hat perfekt die Lücke gefüllt, die der Wechsel seines Landsmanns Moussa Dembélé 2018 nach Lyon gerissen hatte. In der laufenden Saison kommt der in Französisch Guyana geborene Angreifer auf 24 Torbeteiligungen in ebenso vielen Spielen. BVB-Scouts waren schon vor Ort im Celtic Park, um den Knipser eingehend unter die Lupe zu nehmen. Bei den Schotten steht der französische U21-Nationalspieler noch bis 2022 unter Vertrag.

Die üblichen Verdächtigen

Wenn es in Dortmund um einen neuen Stürmer geht, kommt man kaum an Mario Mandzukic, Arkadiusz Milik und Edin Dzeko vorbei. Das Serie A-Trio wird seit Jahren mit einem Wechsel an die Ruhr in Verbindung gebracht. Der 33-jährige Dzeko ist allerdings bei der AS Rom unumstritten und wird die Ewige Stadt wohl nicht verlassen.

Anders sieht es womöglich bei Milik und Mandzukic aus. Letztgenannter kam in dieser Saison noch zu keinem einzigen Pflichtspieleinsatz und wird im Winter auf seinen Abschied von Juventus Turin bestehen. Der 33-Jährige wäre für den BVB eine kurzfristige Lösung, ist in der Bundesliga aber sicher noch für einige Tore gut.

Milik konnte in der vergangenen Saison endlich seinen Durchbruch bei der SSC Neapel feiern. In dieser Saison stehen aber mal wieder nur überschaubare acht Einsätze zu Buche. Wenn der 25-Jährige allerdings spielt, trifft er auch. Fünf Tore in sechs Serie A-Spielen sind eine starke Joker-Quote.