Es läuft die 23. Spielminute in der Partie FC Villarreal gegen den FC Barcelona, da sprintet Samuel Chukwueze Barça-Verteidiger Jordi Alba davon. Ein ungewohntes Bild und sogleich stellt sich die Frage: Wer ist eigentlich dieser Samuel Chukwueze?

Bisher ist sein Name nur den wenigsten Fußballexperten außerhalb Spaniens ein Begriff. Der 19-Jährige sorgt aktuell bei Villarreal für Furore. Dabei war er zu Saisonbeginn eigentlich nur für das Reserveteam in der dritten Liga eingeplant.

Sahnetag gegen Barcelona

Am vergangenen Dienstag spielte Chukwueze die Barça-Abwehr phasenweise schwindlig. Besonders Alba überrannte der Nigerianer nach Belieben – so auch beim 1:2 Anschlusstreffer. Nach einem Zauberpass von Spielmacher Vicente Iborra lief er perfekt ein und brachte sich in eine hervorragende Abschlussposition.

Mit einem strammen Schuss setzte Chukwueze seinen ersten Versuch noch an den Pfosten. Doch der Wirbelwind handelte blitzschnell und schob den Abpraller mit der Innenseite zum Anschlusstreffer ein. Barça-Keeper Marc-André ter Stegen konnte dabei nur zusehen.

Überall auffindbar

Auch nach dem Pausentee beackerte der gelernte Flügelstürmer die offensive Außenbahn – ohne dabei die Defensivarbeit zu vernachlässigen. In der 49. Minute sorgte der Nigerianer für einen weiteren Glanzmoment. Nachdem sich der Youngster das Spielgerät kurz vor der eigenen Strafraumkante abgeholt hatte, setzte er mit einem genialen Außenrist-Pass über das halbe Spielfeld Mittelstürmer Karl Toko Ekambi in Szene, der zum 2:2-Ausgleich vollendete.

Nach zwei Torbeteiligungen gab Chukwueze weiter Gas und machte neben Alba auch Innenverteidiger Clément Lenglet das Leben schwer. Neben seinem explosiven Antritt ließ er den Franzosen auch mit seinen Fähigkeiten am Ball gepaart mit seinem bulligen Körper ganz schön alt aussehen.

Große Karriere steht bevor

Spielt Chukwueze weiterhin – vor allem gegen die Topteams – stark auf, wird es eine Frage der Zeit sein, bis die internationalen Topklubs bei Villarreal Schlange stehen. Bereits in der vergangenen Transferperiode erkundigten sich sowohl Barcelona als auch Real Madrid beim gelben U-Boot. Nach seinem Gala-Auftritt gegen die Blaugrana werden die beiden spanischen Topklubs dranbleiben.

FT-Korrespondent Rafael Castro sieht in Chukwueze einen kommenden Weltklassespieler. „Er ist äußerst schnell, stark im Eins-gegen-Eins-Duell und hat einen guten Schuss. Mit seinen Qualitäten ist er für Villarreal ein sehr wichtiger Spieler“.

Der nächste Kassenschlager?

Nachdem der Nigerianer vor über eineinhalb Jahren aus seiner Heimat (Diamond Academy) zu den Submarinos gewechselt war, könnte er aufgrund seines ungeheuren Potenzials zur kommenden Saison bei einem neuen Verein aufschlagen.

Chukwuezes Ausstiegsklausel beläuft sich auf 63 Millionen Euro. Bei einem drohenden Abgang würde dem spanischen Traditionsverein ein wahrer Geldsegen erwarten – das einzige Trostpflaster. Zur Erinnerung: Der Linksfuß hatte damals nur 500.000 Euro gekostet.

Chukwueze würde sich bei einem Wechsel in prominente Gesellschaft begeben. Auch Eric Bailly (aktuell Manchester United) sowie Cédric Bakambu (Beijing Sinobo Guoan) wurden einst für vergleichsweise kleines Geld eingekauft und teuer weiterverkauft.