Einnahmen im Bereich der 40 Millionen, Ausgaben in Höhe von über 240 Millionen Euro – so liest sich die bisherige Transferbilanz von Manchester City im Sommer 2017. Pep Guardiola hat seine Konsequenzen aus der für City-Verhältnisse enttäuschenden Spielzeit 2016/2017 gezogen und die Kriegskasse geplündert.

Bereits zu Ablauf der vergangenen Saison hatte der Fußballlehrer immer wieder betont, das neue Manchester verjüngen zu wollen, dynamischer zu machen und mit großen Namen zu verstärken. Einige Wochen später lässt sich konstatieren: Guardiola hat seinen Plan in die Tat umgesetzt und es stellt sich die Frage: Können die sechs Neuverpflichtungen rund um Benjamin Mendy, Kyle Walker und Co. überhaupt Ausgaben über eine satte Viertelmilliarde Euro rechtfertigen?

Verjüngungskur um jeden Preis

Fakt ist: Mit 39 Gegentoren präsentierte sich die Abwehr der Skyblues vergangene Saison nicht immer sattelfest. Oftmals lag dies vor allem an der alternden und nicht mehr spritzig wirkenden Außenverteidigung, namentlich Aleksandar Kolarov, Pablo Zabaleta, Bacary Sagny oder auch Gaël Clichy. Zudem machte auch Stammtorwart Claudio Bravo des Öfteren eine unglückliche Figur im Kasten der Engländer.

Mittlerweile hat sich die Ü30-Defensive komplett aus dem Etihad verabschiedet, Bravo wurde längst auf die Bank verfrachtet. Im Gegenzug fanden hochtalentierte Spieler auf dem Weg zur Weltklasse den Weg in den englischen Nordwesten. Mit den Verpflichtungen von Benjamin Mendy und Bernardo Silva (insgesamt 107,5 Mio. von der AS Monaco), Kyle Walker (51 Mio. von Tottenham Hotspur), Danilo (30 Mio. von Real Madrid), Torwart Ederson (40 Mio. von Benfica Lissabon) und Douglas Luiz (zwölf Mio. von Vasco da Gama) schnappte man der elitären Konkurrenz aus Europa ein ums andere Mal die künftigen Topstars vor der Nase weg.

City 2017/18: Titelanwärter in neuem Glanz

Vorbei sind die Zeiten, in denen man lieber noch zwei oder drei Topstars für die Offensive verpflichtete, als die ohnehin schon seit mehreren Jahren anfällige Defensive zu verstärken. Guardiola hat aus den Fehlern seiner Vorgänger gelernt und diese messerscharf analysiert.

Mit Ederson steht endlich ein sicherer und spielstarker Torwart zwischen den Pfosten. Über die Außen sollen die schnellen Mendy (links) und Walker (rechts) sowohl offensiv als auch in der Rückwärtsbewegung für mehr Tempo sorgen. Und sollte der Akku bei einem der beiden defensiven Flügel einmal leer sein, springt mit Danilo ein beidseitig einsetzbarer und adäquater Backup ein.

Silva wiederum braucht nicht nur als würdiger Ersatz, sondern vielmehr als edles Upgrade zu Jesús Navas gesehen werden, dessen Vertrag ebenfalls auslief. Der Portugiese bringt jede Menge Geschwindigkeit, Technik und einen tollen Abschluss mit und macht das Angriffsspiel noch schwerer ausrechenbar.

Und dann wäre da ja noch Perspektivspieler Douglas Luiz. Der 19-Jährige debütierte erst im vergangenen Sommer im brasilianischen Profibereich, zeigt aber fantastische Anlagen und ist für sein Alter schon sehr reif. Dem U20-Nationalspieler wird eine große Zukunft vorausgesagt.

FT-Meinung: Auf den ersten Blick erscheint das Gesamtpaket in Höhe von 240 Millionen Euro fernab jeglicher Vernunft, fast schon wahnsinnig für gerade einmal sechs neue Akteure. Doch betrachtet man die ohnehin explodierenden Preise auf dem Transfermarkt, die spielerische Klasse der Neuzugänge und vor allem die vakanten Positionen, auf denen sich die Citizens verstärkt haben, so kann man durchaus nachvollziehen, warum Guardiola so tief in die Tasche griff. Qualität hat ihren Preis. Und im Fall Manchester City kann dieser auch gerne mal in schwindelerregender Höhe einer Viertelmilliarde liegen.