Im Grunde genommen glaube ich nicht, dass der Klub schon für diese Saison darauf eingestellt war.“ Arminia Bielefeld klopft ans Tor zur Bundesliga – früher als erwartet. Doch seit Uwe Neuhaus im Dezember als neuer Cheftrainer beim damaligen Tabellen-14. übernommen hat, geht es stetig bergauf.

Im FT-Interview schildert Arminia-Profi Jonathan Clauss seine Sicht der Dinge: „Wir hatten in der vergangenen Saison eine tolle Rückrunde mit sehr guten Ergebnissen. Ich denke, der Verein wollte an dieser Dynamik festhalten und sein Vertrauen in den Trainer bewahren, indem er in diesem Sommer Schlüsselpositionen besetzt hat, die für uns sehr wichtig sind.“

Die Erfolgsfaktoren

Die Neuzugänge Joakim Nilsson, Marcel Hartel und Cebio Soukou sind wichtiger Bestandteil der Neuhaus-Elf. Schulden-Abbau, Umstellung auf ein 4-3-3-System mit Ballbesitzfußball und das torgefährlichste Sturm-Duo der Liga Klos/Voglsammer (18 Treffer) tun ihr Übriges.

Und auch Clauss ist ein entscheidender Faktor, der Franzose stand in allen 15 Pflichtspielen der Saison auf dem Platz und steuerte ein Tor sowie fünf Assists bei. Zum Einsatz kommt Clauss auf der rechten Außenbahn, entweder als Verteidiger oder als Außenstürmer.

Vertrag läuft aus

Im Sommer 2018 holten die Ostwestfalen ihn vom französischen Verein US Quevilly, der gerade in die dritte Liga abgestiegen war. „Bielefeld hat mich ein wenig erholt, als ich nicht viel hatte, es war die unglaublichste Gelegenheit meiner Karriere“, erinnert sich der Rechtsfuß.

Clauss schwärmt von seiner neuen sportlichen Heimat: „Was in Deutschland passiert, ist außergewöhnlich. Wir haben zwischen 15 und 25.000 Fans im Heimstadion. Auswärts kommen manchmal bis zu 6.000 Menschen, um uns zu sehen. Die Stadien, die Qualität des Rasens ist unglaublich, überall und zu jeder Jahreszeit. Unglaubliche Fans und die Infrastruktur ist von sehr hoher Qualität.“

Am Saisonende läuft Clauss‘ Vertrag auf der Alm aus. Eine Verlängerung können sich beide Seiten vorstellen: „Der Klub will, dass ich bleibe, ich will auch bleiben. Derzeit sind wir noch in Gesprächen. Natürlich wäre es toll, bei diesem Verein bleiben zu können. Außerdem spielen wir eine wichtige Rolle – wenn wir also darüber hinaus davon träumen können, in der nächsten Saison mit Bielefeld in der Bundesliga zu spielen, wäre das ein super Bonus.“

„Das ist verrückt“

Stand jetzt stehen die Zeichen also auf Verlängerung. Denn in der Spitzengruppe hat sich der DSC nach 13 Spieltagen festgesetzt und am Sonntag mit einem 5:1-Sieg in Nürnberg die Tabellenführung erobert. Clauss bleibt dennoch vorsichtig: „Einige Leute reden bereits über den Aufstieg in die Bundesliga, aber es ist noch früh, es sind noch viele Spiele zu spielen.“

Über den rasanten Weg aus der französischen Drittklassigkeit zum Bundesliga-Anwärter sagt Clauss: „Manchmal spreche ich mit meinen Freunden darüber. Vor eineinhalb Jahren bin ich nach einer schwierigen Saison mit Quevilly abgestiegen, und jetzt sind wir vor Hamburg auf dem ersten Platz und fünf Punkte vor dem VfB Stuttgart. Das ist verrückt.“ Clauss und Arminia – von null auf hundert.