Tor

Marc-André ter Stegen: Beim frühen Gegentor absolut chancen-, im weiteren Verlauf mit den Händen quasi beschäftigungslos. Dabei versteckten sich die Iren in Durchgang eins keineswegs, sodass ter Stegen einige Male als Fußballer in engen Situationen gefordert war. Die löste er allesamt souverän, teilweise sogar genial.

Abwehr

Lukas Klostermann: Einmal mehr agierte der Leipziger sehr offensiv auf seiner rechten Verteidigungsseite. Folgerichtig auch am dritten Treffer nach starkem Laufweg und guter Ablage auf Gnabry direkt beteiligt. Insgesamt eine starke Leistung von Klostermann, der sich auf seiner Position absolut festgespielt hat.

Emre Can: Mal wieder als Innenverteidiger aufgestellt – das dürfte mehr als Fingerzeig sein, wo der Bundestrainer den Modellathleten künftig sieht. Um ein Upgrade zu Ginter oder Rüdiger zu sein, muss er sein Kopfballspiel jedoch noch deutlich verbessern. Im Bodenzweikampf mit Gegenspieler Magennis dafür sehr giftig. Durfte am Ende noch eine halbe Stunde auf seine angestammte Sechser-Positon, die er ebenfalls zufriedenstellend ausfüllte.

Jonathan Tah: In Halbzeit eins rettete der Leverkusener einige Male in höchster Not, danach nur noch wenig gefordert. Seine Schwäche bleibt sein fast nicht vorhandener linker Fuß, der allerdings als linker Part der Innenverteidigung zukünftig häufiger mal gefordert ist. Heute fiel das jedoch kaum ins Gewicht.

Jonas Hector: Der Linksverteidiger feierte nach gut einem Jahr sein Länderspiel-Comeback und war gleich einer der auffälligeren Spieler. Seine maßgeschneiderte Hereingabe fand Gnabry vor dessen erstem Treffer, kurz vor der Halbzeit bereitete er dann nach gleichem Muster auch die Führung durch Goretzka vor. Defensiv ein paar kleinere Wackler, die allerdings folgenlos blieben.

Mittelfeld

Joshua Kimmich: Gemeinsam mit Kroos sollte er das deutsche Spiel aus der Sechser-Position heraus lenken. Ein wirklich überlegter, wenn auch nicht ganz so giftiger Auftritt des Strategen, der später für Klostermann auf die Rechtsverteidiger-Position rückte und auch von dort noch einige schöne Momente kreierte.

Ilkay Gündogan: Der City-Star gab heute Abend so etwas wie den Zehner. Sehr tief in der gegnerischen Hälfte forderte Gündogan die Bälle und leitete diverse gefährliche Situationen ein. Kurz vor dem gegnerischen Tor fehlte es dann aber etwas an Zielstrebigkeit, bei den Citizens agiert er jedoch zugegebenermaßen auch zumeist ein wenig defensiver.

Toni Kroos: Mit dem Ball am Fuß wie schon gegen Weißrussland sehr kreativ und präzise. Man merkte ihm an, dass er um einen guten Jahresabschluss bemüht war. Starke Seitenwechsel über die gesamte Spieldauer und auch im Spiel gegen den Ball für seine Verhältnisse sehr kompromisslos. Ganz starke Leistung des Mittelfeld-Metronoms.

Angriff

Leon Goretzka: Einen echten Rechtsaußen gab der Bayern-Star zwar nicht, doch es war schon eines seiner offensiveren Länderspiele. Viele tiefe Läufe, aus einem resultierte sein Führungstor kurz vor der Pause. Auch danach ein Aktivposten, belohnte sich rund eine Viertelstunde vor Schluss mit seinem zweiten Treffer.

Serge Gnaby: War nach dem frühen Gegentreffer sofort auf Betriebstemperatur. Mit seiner ersten Großchance scheiterte er noch. Der nächste Abschluss saß dann im Giebel. In der Folge von der nordirischen Defensive kaum zu bremsen, kurz nach dem Pausentee ließ er den zweiten Treffer folgen, wenig später den dritten. Famose Leistung, Mann des Spiels.

Julian Brandt: Sehr aktiv von Beginn an, verzettelte sich aber häufiger mal im Klein-Klein. Wirklich klare Aktionen waren in Durchgang eins Mangelware. Nach dem Pausentee schwamm sich Brandt dann frei. Erst leitete er Gnabrys dritten Streich mit einem schönen Steckpass ein, dann setzte er mit aller Entschlossenheit und nach starkem Dribbling den Schlusspunkt. So will man ihn häufiger sehen.

Einwechslungen

ab 65. Niklas Stark für Klostermann: Nach so vielen vergeblichen Versuchen endlich das Länderspieldebüt des Herthaners. Rückte auf die Innenverteidiger-Position, dafür übernahm Can die Sechs neben Kroos. Die Nervosität merkte man Stark zwar etwas an, ein Fehler unterlief ihm aber nicht. Ohne Bewertung.

ab 73. Suat Serdar für Goretzka: Kam eine gute Viertelstunde vor Schluss und übernahm Goretzkas sehr offensive Rolle. Wirklich gut in Szene konnte sich der Schalker aber nur noch einmal setzen. Seine Volley-Abnahme nach Amiris Flanke rauschte jedoch vorbei. Ohne Bewertung.

ab 80. Nadiem Amiri für Gnabry: Der Neu-Leverkusener wollte noch einmal ein paar Duftmarken setzen. Engagierte zehn Minuten, die aber letztlich ergebnislos blieben. Ohne Bewertung.

Torfolge

7’ 0:1 Smith (Rechtsschuss)
19’ 1:1 Gnabry (Rechtsschuss, Hector)
43’ 2:1 Goretzka (Rechtsschuss, Hector)
47’ 3:1 Gnabry (Rechtsschuss, Klostermann)
60’ 4:1 Gnabry (Rechtsschuss, Brandt)
73’ 5:1 Goretzka (Rechtsschuss)
90+1’ 6:1 Brandt (Linksschuss, Kroos)

Die Noten