Tor

Manuel Neuer: War mit seinen Händen lange nicht gefordert. In der 63. Minute auf dem Posten bei der lange Zeit einzigen Torchance der Tschechen. Bei Rückpässen gewohnt sicher. Die Eingespieltheit mit seinen Vordermännern lässt den Spielaufbau unter Druck spielend leicht aussehen.

Abwehr

Joshua Kimmich: Defensiv überhaupt nicht gefordert, band er seine Gegenspieler durch unnachgiebigen Vorwärtsdrang. Hatte eine Menge Raum auf der rechten Seite, seinen Hereingaben fehlte aber noch die letzte Präzision. Starke Vorlage aber zum 2:0.

Jérôme Boateng: Deutschlands Fußballer des Jahres spielte reihenweise traumhafte Diagonalbälle auf die linke Seite. Löste sich im Verbund mit Neuer und Hummels stets spielerisch aus dem hohen Pressing der Tschechen. Fand zudem Zeit für zwei aufeinanderfolgende Kabinettstückchen tief in des Gegners Hälfte.

Mats Hummels: Ganz wichtiges Tackling in der 13. Minute gegen Vydra. Der Angreifer wäre frei auf Neuer zugelaufen. Analog zu Nebenmann Boateng mit traumwandlerischer Sicherheit im Spielaufbau. Sein genialer beckenbauerscher Außenristpass auf Götze wurde wohl zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen. Bärenstarker Auftritt des Müncheners.

Jonas Hector: Musste gleich zu Beginn zweimal heftig einstecken, ließ sich aber nicht beirren und schob unnachgiebig nach vorne. War stets eine Anspielstation, sowohl für die defensiven Spielgestalter als auch für seine Flügelpartner Draxler und Götze. Tolle, stramme Hereingabe vor dem 3:0.

Mittelfeld

Sami Khedira: War zwar der unauffälligste deutsche Feldspieler, verrichtete aber grundsolide Arbeit im defensiven Mittelfeld. Da Kroos viele Bälle einforderte, konzentrierte er sich auf die anfallende Drecksarbeit. Schlug sich dabei tadellos.

Toni Kroos: Sehr agil mit größerem Radius auf dem Feld als gewohnt. Großer Eifer im Gegenpressing, sodass die wenigen deutschen Ballverluste nicht ins Gewicht fielen. Belohnte sich mit einem präzisen Distanzschuss zum 2:0.

Thomas Müller: Beim Führungstreffer eiskalt im Abschluss. Orientierte sich immer wieder ins Zentrum und machte Kimmich somit Platz auf der rechten Außenbahn. Sein Schuss in der 25. Minute führte beinahe zum zweiten Treffer, den er im zweiten Durchgang schließlich in typischer Tojäger-Manier nachholte.

Mesut Özil: Verteilte die Bälle in einer wilden Anfangsphase auch mit dem Rücken zum Tor gut und fand immer wieder Hector und Draxler auf der linken Seite. Spielte viele Pässe. Kurze, lange, sichere, riskante – und brachte sie alle an den Mann. Der Arsenal-Mann sprühte vor Spielfreude. Hatte bei allen Treffern seine Füße im Spiel.

Julian Draxler: Bekam viele perfekte Diagonalbälle vom Innenverteidigerduo serviert. Traf daraufhin viele gute, aber auch einige falsche Entscheidungen, indem er häufiger den hinterlaufenden Hector ignorierte.

Angriff

Mario Götze: Half dabei, die starke linke Seite noch weiter zu überlagen und war im Kombinationsspiel gut eingebunden. War sehr viel unterwegs. Im Eins-gegen-Eins kam er das ein oder andere Mal durch, was ihm etwa bei der EM noch deutlich schwerer fiel. Hätte in der 31. Minute auf 2:0 stellen müssen.

Die Noten

Einwechslungen

ab 68. Minute: Benedikt Höwedes für Hector: Vergab gleich zwei Großchancen, bei denen zu erkennen war, dass er kein gelernter Linksverteidiger ist. Note: 3

ab 75. Minute: Ilkay Gündogan für Kroos. Spielte den Zuckerball zu Höwedes‘ erster Chance. Keine Bewertung.

ab 80. Minute: Julian Brandt für Draxler: Darf sich nun vierfacher Nationalspieler nennen. Keine Bewertung.

Torfolge

13. 1:0 Müller (Rechtsschuss, Götze)
49. 2:0 Kroos (Rechtsschuss, Kimmich)
65. 3:0 Müller (Linksschuss, Hector)