Seit Januar 2014 ist Josep Bartomeu Präsident beim FC Barcelona. Wenn man auf die vergangenen fünf Jahre blickt, ist die Bilanz des 56-Jährigen eine gemischte. Zwar durften die Katalanen je vier spanischen Meisterschaften und Copa del Rey-Titel feiern, die personelle Ausbeute dürfte bei dem ein oder anderen Barça-Anhänger jedoch Stirnrunzeln verursachen.

In Bartomeus bisheriger Amtszeit waren mit Éric Abidal, Ramón Planes, Robert Fernández, Javier Bodas gleich vier Sportdirektoren am Werk. Die Inkonstanz auf der Position macht sich auch bei der Transferpolitik bemerkbar. Von den 26 verpflichteten Spielern im Zeitraum 2014 bis 2019 stehen lediglich noch zehn im aktuellen Kader der Blaugrana.

Nur 271 von 790 Millionen Euro bleiben

Zugegeben, der erste Transfermarkt unter Bartomeu im Sommer 2014 hatte einige Kracher dabei. Luis Suárez, Ivan Rakitic und Marc-André ter Stegen stehen auch heute noch in Barcelona unter Vertrag. Die ebenfalls verpflichteten Thomas Vermaelen, Jérémy Mathieu und der Brasilianer Douglas (insgesamt 43 Millionen Euro) gehören dagegen eher in die Kategorie fragwürdige Verpflichtungen.

Vor allem Mathieus Wechsel nach Katalonien sorgte für Aufsehen. Mit einer Ablöse von 20 Millionen Euro wurde der damals 30-Jährige zum teuersten Verteidiger aller Zeiten in seiner Altersklasse. Thomas Vermaelen kam auf gefühlt mehr Verletzungen als Pflichtspieleinsätze für den FC Barcelona und Rechtsverteidiger Douglas durfte lediglich achtmal das Barça-Trikot überstreifen, ehe er in diesem Sommer ablösefrei zu Besiktas wechselte.

Im Sommer 2015 gaben die Katalanen dann 51 Millionen Euro für das Duo Arda Turan und Aleix Vidal aus. Langfristig durchsetzen konnte sich keiner der beiden Spieler. Ein Jahr darauf gab Robert Fernández gleich 125 Millionen Euro für Spieler aus, von denen nur noch Samuel Umtiti im aktuellen Kader steht. André Gomes, Paco Alcácer, Lucas Digne, Jasper Cillessen und Denis Suárez waren allesamt keine Langzeitlösungen.

Neymar-Millionen nicht genutzt

Selbst die 222 Millionen Euro aus dem Verkauf von Superstar Neymar zu Paris St. Germain im Sommer 2017 wurden teils katastrophal reinvestiert. Von sieben Spielern, die für insgesamt 374 Millionen Euro ins Camp Nou gelotst wurden, stehen nur noch zwei im aktuellen Aufgebot: Sorgenkind Ousmane Dembéle sowie Nélson Semedo.

Der im Januar 2018 verpflichtete Coutinho, immerhin mit einer Ablösesumme von 145 Millionen Euro zweitteuerster Transfer aller Zeiten, spielt inzwischen gegen eine Gebühr von 8,5 Millionen auf Leihbasis beim FC Bayern München.

Kein längerfristiges Konzept erkennbar

Das aktuellste Beispiel für die fragwürdige Planung bei Transfers zeigt der Fall Malcom. Erst im Sommer 2018 für 41 Millionen Euro vom FC Bordeaux verpflichtet spielt der Brasilianer bereits ein Jahr später bei Zenit St. Petersburg. Dank einer Ablöse von 40 Millionen Euro machte Barcelona in diesem Fall zumindest kein großes finanzielles Verlustgeschäft, sportlich gesehen war der Kauf des Flügelspielers jedoch ein Transfer für die Tonne.

Wenn innerhalb von fünf Jahren ein Transfervolumen von fast 520 Millionen Euro nicht wirksam eingesetzt werden kann, wirft das Fragen auf. Auffällig ist ebenfalls, dass im Zeitraum von 2014 bis 2019 in Person von Sergi Roberto lediglich einem Nachwuchsspieler aus der so berühmten Talentschmiede La Masia der Sprung in die erste Mannschaft gelang.

Immerhin: Aktuell schickt sich der 16-jährige Ansu Fati an, die jahrelange Durststrecke von erfolglosen Barça-Talenten zu beenden. Zudem machen die Verpflichtungen von Frenkie de Jong und Antoine Griezmann Hoffnung, dass man an dieser Stelle bald auf eine bessere Bilanz verweisen kann.