Für Callum Wilson und Wayne Rooney war der gestrige Donnerstagabend ein besonderer. Während der langjährige Kapitän sein 120. und letztes Länderspiel für England bestritt, debütierte Wilson für die Three Lions. Die Party für Rooney war perfekt. England siegte mit 3:0 gegen die USA. Dank der Tore von Jesse Lingard, Trent Alexander-Arnold und – Wilson, dem beim Debüt auch gleich sein erstes Tor gelang.

Am 8. November hatte Gareth Southgate den Stürmer vom FC Bournemouth erstmals für das A-Team nominiert. Dieser reagierte mit Stolz. „Es ist eine große Ehre im England-Kader zu stehen. Tage wie diese beweisen, dass es egal ist, welche Hindernisse man im Leben hat. Man kann sie immer aus dem Weg räumen“, twitterte Wilson.

„Sie kamen in Arbeitsklamotten“

Der 26-Jährige weiß, wovon er spricht. Vor sechs Jahren stand er beim damaligen Zweitligisten Coventry City unter Vertrag, als dieser ihn zum Tamworth FC in die fünfte englische Liga verlieh. Wilson erinnert sich: „Es war ein bisschen surreal und gab mir eine neue Perspektive auf den Fußball. Die Spieler kamen in ihren Arbeitsklamotten und -wagen zum Training. Kurz zuvor hatten sie ihre Malerarbeiten beendet.“

Der Stürmer weiter: „Das zeigte mir, dass ich nicht meine gesamte Karriere auf diesem Niveau verbringen wollte. Ich wollte mehr aus mir herausholen.“ Was ihm auch gelingen sollte. Nach 21 Drittligatoren für Coventry in der Saison 2013/14 wechselte Wilson nach Bournemouth und schoss das Team in die Premier League.

In der laufenden Spielzeit liegt der 1,80 Meter-Mann bei sechs Toren und fünf Vorlagen in zwölf Partien. Genug für die Berufung ins Nationalteam. Und somit irgendwie die Geschichte vom Amerikanischen Traum, der besagt, dass jeder Mensch durch harte Arbeit seinen persönlichen Status quo rapide verbessern kann. Vom Tellerwäscher zum Millionär. Oder eben vom Provinzkicker zum Nationalspieler.

Zukunft bei Chelsea?

Nachdem er gestern ein paar Chancen liegen ließ, feierte Wilson dann doch noch seine Torpremiere für England. Ein besonderer Moment, wie er im Nachgang erklärte: „Ich bin sehr selbstkritisch und wäre enttäuscht gewesen, wenn ich nicht getroffen hätte. Zum Glück klappte es noch, ich kann also positiv denken.“

Ebenfalls positiv sind aus Sicht des Torjägers die jüngsten Gerüchte von der Insel. Der ‚Daily Mirror‘ berichtete unlängst, dass der FC Chelsea auf Wilson aufmerksam geworden ist. 40 Millionen Euro Ablöse stehen im Raum. Der Schritt zu einem Topklub wäre die nächste Episode in Wilsons ganz persönlichem Amerikanischen Traum, der am gestrigen Donnerstagabend in Wembley seinen vorläufigen Höhepunkt fand. Bezeichnenderweise gegen die USA.