Stolze 34 Mal stemmte der RSC Anderlecht den Meistertitel der Jupiler Pro League in die Höhe und ist damit belgischer Redkordmeister. In der aktuellen Spielzeit läuft es für die Mannen von Cheftrainer René Weiler, ehemals Übungsleiter beim 1. FC Nürnberg, noch nicht so wirklich rund. Nach dem sechsten Spieltag steht man auf einem ernüchternden zehnten Tabellenplatz, zwei Siege mischten sich bislang mit ebenso vielen Unentschieden und Niederlagen.

Böse Zungen behaupten gar, man hätte Supertalent und Kreativspieler Youri Tielemans nicht ziehen lassen dürfen. Für 25 Millionen Euro wechselte das Ausnahmetalent zu Leipzig-Gegner AS Monaco. Zehn Neuzugänge präsentierte der Sportclub nach Schließung des Transferfensters in diesem Sommer, im Gegenzug verließen nicht weniger als 25 Akteure das Constant Vanden Stock Stadion.

Die Rolle der Neuzugänge

Mit 6,5 Millionen Euro Ablöse avancierte dabei Mittelfeldlenker Sven Kums zum diesjährigen Königstransfer der Violetten. Der 29-Jährige schnürte bereits in der Jugend seine Schuhe für Anderlecht, spielte zuletzt für den FC Watford. Bei den Engländern fasste der Sechser jedoch nicht wirklich Fuß und wurde direkt weiterverliehen an Udinese Calcio, wo er insgesamt 29 Pflichtspiele absolvierte.

Etwas günstiger kam die Royalen Mittelstürmer Lukasz Teodorczyk zu stehen. Der Pole hinterließ schon während seines Leihgeschäfts in der abgelaufenen Spielzeit beim Klub aus Brüssel einen bleibenden Eindruck mit starken 30 Treffern in 53 Pflichtspielen. Konsequenz: Der Rekordmeister legte verhältnismäßig geringe 4,5 Millionen Euro Ablöse auf den Tisch und lotste den Nationalspieler von Dynamo Kiew los.

Zweifelsohne prominentester Neuzugang in den Reihen der Belgier dürfte aber Henry Onyekuru sein. Der 20-jährige Linksaußen vom FC Everton wechselte auf Leihbasis in die belgische Hauptstadt und überzeugte dort auf Anhieb mit zwei Treffern in sechs Pflichtspielen. Den Nigerianer zeichnen sein starker Antritt, technische Versiertheit und seine Beidfüßigkeit aus, die er auch gegen die Bayern sicherlich zur Geltung bringen wird.

Schlüsselspieler in Reihen des RSC sind neben den Neuzugängen Teodorczyk und Onyekuru vor allem die etablierten Kräfte. Spielmacher Sofiane Hanni ist der Dreh-und Angelpunkt im Offensivspiel, steuerte in der Saison 2016/17 starke acht Tore und zehn Vorlagen zur erneuten Meisterschaft bei. Ein Hauptaugenmerk der Münchner sollte unbedingt auch auf Sechser Leander Dendoncker liegen. Der 22-Jährige hat seine Qualitäten insbesondere im Kopfballspiel und der Balleroberung und wurde im Transfersommer unter anderem von der AS Monaco, Manchester United und auch RB Leipzig gejagt.

So könnte Anderlecht spielen