Der FC Bayern München hat sich auf die Fahnen geschrieben, den eigenen Nachwuchs wieder in den Vordergrund zu rücken. Das Nachwuchsleistungszentrum wurde im vergangenen Jahr eröffnet. Zudem hat Sportdirektor Hasan Salihamidzic den klaren Auftrag erhalten, den Jugendbereich enger mit dem der Profis zu verknüpfen. Auch auf dem Transfermarkt zeigt der FCB eine hohe Aggressivität im Bereich der A-Junioren. Nach der Winter-Verpflichtung von Louis Poznanski (Werder Bremen), wurde nun der ablösefreie Transfer von Paul Will für den Sommer fixiert.

Paul Will – ein lohnendes Projekt?

Der Youngster aus der A-Jugend des 1. FC Kaiserslautern wird ab der Saison 2018/19 seine Zelte an der Isar aufschlagen. Die Verantwortlichen der Rekrutierungsabteilung des Rekordmeisters sehen in Will ein lohnendes Projekt und statten ihn mit einem Profivertrag bis 2021 aus. Wenn Will auch zunächst ausdrücklich für die Reservemannschaft geholt wird.

Jochen Sauer, der Leiter des FC Bayern Campus, kommentiert die Neuverpflichtung mit Überzeugung: „Mit Paul konnten wir einen sehr talentierten Spieler verpflichten. In den Spielen der A-Jugend-Bundesliga und im Pokal hat er seine Qualitäten im Zweikampf und Spielaufbau unter Beweis gestellt.

Will ist Leistungsträger und Kapitän der U19 der Roten Teufel. Dort steuerte er bisher in 19 Pflichtspielen acht Scorerpunkte bei. Flexibilität und Zuverlässigkeit sind die großen Vorzüge des 19-Jährigen. Will löst die Aufgaben im defensiven Mittelfeld und in der Innenverteidigung gleichermaßen gut. Seine Fähigkeiten werden auch beim FCK geschätzt. Die Pfälzer hatten jedoch angesichts der übermächtigen Konkurrenz keine realistische Chance auf einen Verbleib des gebürtigen Hessen.

Lautern verliert „ein Toptalent“

Neidlos erkennt man beim Zweitligaschlusslicht an, dass der FC Bayern „im deutschen Fußball eine besondere Stellung“ einnehme, wie Lautern-Sportdirektor Boris Notzon betont. Da habe man wenig Möglichkeiten „ein Toptalent aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum“ zu halten.

Will durfte schon im Winter mit der ersten Mannschaft des FCK trainieren, aber noch bevor er sein Können in Pflichtspielen der ersten Elf beweisen konnte, folgt nun der Schritt nach München. Doch ist dies der zweite Schritt vor dem Ersten?

Der Linksfuß jedenfalls gibt pflichtbewusst zu Protokoll: „Ich bin dem 1. FC Kaiserslautern dankbar und freue mich auf die neue Herausforderung beim FC Bayern, um meinen nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. Bei einem solch großen Club diese Chance zu erhalten, ist Motivation genug.

Abzuwarten bleibt, ob er jemals den Sprung in die erste Mannschaft der Bayern schaffen wird. Dazu gehören nicht nur Beharrlichkeit und Qualität, sondern auch ein Trainer, der sich nicht scheut, konsequent auf junge Eigengewächse zu setzen. Einen solchen Mann gab es jedoch seit Louis van Gaal nicht mehr in der bayrischen Landeshauptstadt.