Mit einer Ablöse von 40 Millionen Euro ist Javi Martínez noch immer der teuerste Neuzugang der Bundesliga-Geschichte. Als Sechser leistete der Spanier in seinem ersten Jahr beim FC Bayern vorzügliche Arbeit auf dem Weg zum Triple-Gewinn 2013. Seitdem wird er bevorzugt in der Innenverteidigung eingesetzt. Eine Position, auf der immense Konkurrenz herrscht.

Durch die Verpflichtung von Mats Hummels im Sommer komplettierte der FCB das Innenverteidiger-Duo der deutschen Nationalmannschaft. Da Jérôme Boateng in der abgelaufenen Hinrunde aber häufiger verletzungsbedingt ausfiel, kam Martínez auf stattliche 19 Pflichtspieleinsätze. Eine Anzahl, die sich mit Boatengs Rückkehr und der angepeilten Sommer-Verpflichtung von Niklas Süle reduzieren könnte. Der abwanderungswillige Holger Badstuber soll zudem nur verliehen werden. Ein Indiz dafür, dass man das verletzungsanfällige Eigengewächs noch nicht aufgegeben hat.

Auch Martínez hat von den Transferplänen der Bosse Wind bekommen und überdenkt nun seine Zukunft an der Säbener Straße. Wie FT aus dem Umfeld des Spielers erfuhr, spukt im Kopf des 18-fachen Nationalspielers der Gedanke an eine Rückkehr in seine spanische Heimat umher. Die erhöhte Konkurrenzsituation befeuert diesen zusätzlich.

Martínez statt Vallejo?

Um sich sportlich nicht zu verschlechtern, kommen bei einer Rückkehr nach Spanien freilich nur sehr wenige potenzielle Abnehmer infrage. Einer davon wurde über Martínez Abwanderungsgedanken bereits in Kenntnis gesetzt. FT erfuhr, dass ein Mittelsmann Martínez‘ Situation den Bossen von Real Madrid detailliert geschildert hat.

Der Vertrag von Abwehrveteran Pepe im Estadio Santiago Bernabeu läuft im kommenden Sommer aus. Bisher galt der an Eintracht Frankfurt verliehene Jesús Vallejo als Nachfolgekandidat Nummer eins. Dass die Königlichen aber trotzdem hellhörig werden, wenn ihnen ein hochdekorierter Spieler wie Martínez angeboten wird, ist klar.

Da der 28-Jährige aber auch schon seine Klasse als Sechser unter Beweis gestellt hat, könnte Real ihn auch als die derzeit gesuchte Alternative zu Casemiro ansehen. Als robuster Abräumer vor der Abwehr ist der Bayern-Spieler als Spielertyp durchaus mit dem Brasilianer vergleichbar. Ob der deutsche Branchenprimus seinen Rekordneuzugang aber gehen lassen würde, steht auch mit Blick auf dessen Vertrag bis 2021 in den Sternen.