Junge Menschen tun sich heute schwerer, gegen Widerstände anzukämpfen. Wir wollen aber keine kleinen Prinzen in bunten Fußballschuhen entwickeln.“ Das Bild, das Lars Ricken von den heutigen Jugendspielern zeichnet, ist nicht ausnehmend positiv. Bei Borussia Dortmund arbeite man daran, die Talente zur Eigenständigkeit zu erziehen, erklärt der BVB-Jugendkoordinator im Interview mit der ‚Welt‘.

Doch wer sind die Juwele, auf die man bei den Schwarz-Gelben in Zukunft setzen kann? FT hat den Blick durch die Teenager-Riege der Dortmunder schweifen lassen und ist auf ein bemerkenswertes Ergebnis gestoßen: Vier der sechs größten Talente sind aus dem Ausland hinzugekauft worden.

Die BVB-Juwele

Mateu Morey (19): Erst in diesem Sommer holte der BVB den spanischen Rechtsverteidiger aus der Barça-Jugend hinzu. In der Vorbereitung wies Morey bereits nach, dass er rein spielerisch Profi-Ansprüchen genügt. Sein erster Pflichtspieleinsatz im Team von Lucien Favre ist nur eine Frage der Zeit.

Tobias Raschl (19): Mit einem Profivertrag ist auch das Eigengewächs schon ausgestattet. Allerdings wird der defensive Mittelfeldspieler wohl noch ein wenig Zeit benötigen, bis er zum ersten Mal für das Bundesligateam auf dem Rasen steht. Vor seiner Vertragsunterschrift im März hatten übrigens Bayern, Gladbach und Leverkusen die Fühler nach ihm ausgestreckt. Doch Raschl entschied sich bewusst für den BVB-Weg.

Kamal Bafounta (17): Vergangenes Jahr war Bafounta vom FC Nantes zu den Schwarz-Gelben gewechselt. In seiner französischen Heimat wird der 17-Jährige aufgrund seiner raumgreifenden Spielweise mit Superstar Paul Pogba verglichen. Die Dortmunder hoffen, dass der 1,93 Meter-Hüne im Ruhrpott einen annähernd ähnlichen Weg beschreiten wird. Das große Problem: Seit Monaten setzt das Talent ein Meniskusschaden außer Gefecht. Wann er wieder auf dem Platz stehen wird, ist noch nicht genau abzusehen.

Immanuel Pherai (18): Der zentrale Mittelfeldspieler war vor gut zwei Jahren aus Alkmaar mit der Empfehlung nach Dortmund gekommen, eines der größten niederländischen Talente zu sein. Das weist Pherai in der BVB-Jugend seitdem regelmäßig nach. So recht hat er sich allerdings bis dato nicht in Lucien Favres Fokus gespielt. Das könnte sich angesichts des enormen Potenzials aber bald ändern.

Giovanni Reyna (16): Trotz Hummels, Brandt und Co. betrachten nicht wenige das US-amerikanische Juwel als beste Investition des Sommers. In der Vorbereitung begeisterte der Sohn von Ex-Bundesligaspieler Claudio Reyna mit frechen Dribblings und reifen Darbietungen. In den Spieltagskader von Favre hat er es seitdem zwar nicht geschafft, aber das dürfte sich recht bald ändern. Drei Treffer und sechs Vorlagen in zehn A-Jugendspielen belegen seine Qualitäten.

Youssoufa Moukoko (14): Der Teenager ist das große Aushängeschild der BVB-Jugend. In sieben U19-Bundesligaspielen traf Moukoko sagenhafte 15 Mal. „Der Junge wird eines Tages Profi werden. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Nur Verletzungen könnten ihn stoppen“, sagte der Dortmunder U19-Trainer Michael Skibbe unlängst. Und man ist versucht, ihm diese Worte zu 100 Prozent abzukaufen.