Ein echter Transfercoup ist dem 1. FC Köln da gelungen. Anstatt in China weiter Millionen zu scheffeln oder direkt ins deutsche Oberhaus zu wechseln, nimmt Anthony Modeste den Gang in die Zweitklassigkeit auf sich, kehrt in die Domstadt zurück und soll seinen Anteil an der Mission Wiederaufstieg beitragen. Vorausgesetzt natürlich, Ex-Klub Tianjin Quanjian grätscht mit einer erfolgreichen Klage gegen die Kölner nicht noch dazwischen.

Modestes Auftrag: Tore

Tore, Tore und noch mehr Tore – so soll Modestes Anteil am Wiederaufstieg aussehen. Im Idealfall knipst der Franzose wie in der Saison 2016/17, als ihm herausragende 25 Treffer im FC-Dress gelangen. Von seinen Torjäger-Qualitäten muss er sowieso niemanden mehr überzeugen – allenfalls noch von seiner Fitness, die wohl erst einmal wieder auf Bundesliga-Niveau gebracht werden müsste. Dahingehend könnte es helfen, das Comeback eine Etage tiefer zu starten.

Im Gegensatz zu Modeste ist sein einstiger Nachfolger und künftiger Sturmkollege Jhon Córdoba einer, der seinen Torriecher nie nachhaltig unter Beweis stellen konnte. Nach etwas mehr als drei Jahren stehen wenig beeindruckende 20 Tore im deutschen Profi-Fußball für den 17-Millionen-Mann zu Buche. Immerhin konnte er mit vier Toren in seinen jüngsten Zweitliga-Einsätzen ein wenig Eigenwerbung und Wertsteigerung betreiben.

Nutzen – das heißt mehr Spielminuten einbringen – wird ihm das allerdings kaum. Sofern Modeste keine größeren Anpassungsprobleme hat, werden er und der aktuelle Chef-Torjäger Simon Terodde (20 Saisontore in 14 Pflichtspielen) das Sturmduo bilden. Erfolgreich zu Anwendung kam ein System mit zwei Spitzen bereits beim 8:1-Kantersieg gegen Dynamo Dresden, als Terodde dreimal, Córdoba zweimal netzte.

Córdoba wohl ohne Perspektive

Angesichts dieser furiosen Leistung ist es sehr wahrscheinlich, dass Trainer Markus Anfang noch häufiger auf ein 3-5-2 zurückgreifen wird. Tragisch für Córdoba, der sich mit seinen beiden Toren eigentlich selbst zu einer besseren Perspektive verhalf, nun aber Modeste vor die Nase gesetzt bekommt. Sollte Anfang zu einem Ein-Stürmer-System zurückkehren, dürfte Córdoba nur noch Option Nummer drei sein. Spannend wird es dann zwischen Terodde und Modeste.

Unter diesen Voraussetzungen ist es wenig wahrscheinlich, dass Córdoba über den Sommer hinaus eine Zukunft in der rheinischen Metropole hat. Im Gegensatz zu seinem zurückgekehrten Vorgänger, der nach fünf Vertragsjahren in anderer Funktion am Geißbockheim verbleiben kann. Alles sieht danach aus, als wäre Modeste der langfristige Nachfolger seines Nachfolgers.