Jeder kennt das von den Klassenarbeiten in der Schule: Es gibt kleinere und größere Aufgaben. Die Großen sind besonders anspruchsvoll, geben aber die meisten Punkte und am Ende eine gute Note. Die Arbeit eines Bundesliga-Managers lässt sich sehr gut in dieser Weise beschreiben. Das gilt auch für die kommenden Aufgaben von Fredi Bobic, Sportdirektor von Eintracht Frankfurt.

Wenn man diese Analogie weiterführt, so kann man die Verpflichtung von Luka Jovic wohl als die größte Aufgabe des 46-Jährigen bezeichnen. Die, die besonders anspruchsvoll ist, aber auch besonders viele Punkte bringt – die „Königsaufgabe“, die in einer Klassenarbeit immer am Ende kommt.

Kaufoption über zwölf Millionen Euro

Anspruchsvoll deshalb, weil sich die Eintracht für den 20-Jährigen finanziell enorm strecken muss. Zwölf Millionen Euro und keinen Cent weniger wird Jovic kosten. Fünf Millionen mehr als der bisherige Rekordtransfer Sebastien Haller, den Bobic im vergangenen Sommer vom FC Utrecht an den Main lotste. Stand jetzt ein absolut berechtigter Preisunterschied, schließlich ist es der Franzose, den Jovic im Moment aus der Startelf verdrängt.

Sollten die Hessen diesen Kraftakt bewältigen und die mit Benfica Lissabon vereinbarte Kaufoption ziehen, dann winken ordentlich Punkte. Sowohl in der persönlichen Klassenarbeit von Fredi Bobic, der seine erfolgreichen Geschichte bei Eintracht Frankfurt weiterschreiben würde, als auch in der Bundesliga-Tabelle.

So jung und doch so weit

Denn Jovic – das zeigt sich schon jetzt mehr als deutlich – ist mit seinem Torhunger und seinem Einsatz für die Mannschaft ein Spieler, der für Ergebnisse und Punkte sorgt. Erst am vergangenen Wochenende verteidigte er mit seinem Tor gegen die TSG Hoffenheim (1:1) den Europa League-Platz der Eintracht gegen einen direkten Konkurrenten.

Eines von acht Toren, die das Sturmtalent in dieser Saison schon auf der Habenseite hat – vier davon in den vergangenen fünf Partien. Geht dieser Lauf so weiter, wird Jovic am Ende der Serie so oft getroffen haben, wie nur ganz wenige Bundesliga-Stürmer in seinem Alter vor ihm. Kein Zweifel: Zwölf Millionen Euro sind viel, in diesem Fall aber ein Schnäppchen.

Klarer Auftrag für Bobic

Ein Schnäppchen, das sich Bobic unter keinen Umständen entgehen lassen darf. Frankfurt muss für den Serben an die Schmerzgrenze gehen. Das wird den Bilanzen kurzfristig wehtun, sich aber langfristig auszahlen. Jovic hat die Anlagen, ein Topstürmer zu werden. Dann wird er eines Tages ein Vielfaches jener zwölf Millionen Euro kosten. Und Bobic hätte die „Königsaufgabe“ mit Bravour bestanden.