Anspruchsvoll sind sie, die Fans von Real Madrid. Seit jeher sind die Anhänger der Königlichen dafür berüchtigt, selbst bei soliden Leistungen ihrer Mannschaft zu pfeifen. Während in Deutschland die sogenannten „dreckigen Siege“ als Zeichen von Mentalität anerkannt sind, wollen sie im Bernabéu davon nichts wissen.

Auch einzelne Spieler bekommen gerne mal eine Breitseite vom sensiblen madrilenischen Umfeld ab. Die einen eher selten, andere dafür umso regelmäßiger. Toni Kroos gehörte ob seines eleganten Spielstils und seiner Passgeber-Qualitäten jahrelang zu den Lieblingen des Publikums. Bei Trainer Zinédine Zidane war der gebürtige Greifswalder ohnehin gesetzt.

Es wird ungemütlicher

Mittlerweile schlägt Kroos allerdings empfindliche Kritik in der spanischen Hauptstadt entgegen. Einerseits von den Fans, die Böcke wie den fatalen Fehlpass im Champions League-Spiel gegen ZSKA Moskau (1:2) partout nicht tolerieren und mit Pfiffen quittieren, andererseits – noch bedenklicher – von seinem neuen Coach Julen Lopetegui.

Laut ‚El Confidencial‘ soll der disziplinvernarrte spanische Übungsleiter seine Probleme mit dem Defensivverhalten des deutschen Spielgestalters haben. Kroos hingegen wolle die Kritik nicht annehmen, ebenso wenig wie die Rolle des Sündenbocks für die aktuell ausbleibenden Ergebnisse.

Eine gefährliche Situation für den 28-Jährigen. Jahrelang durfte er unter Zidane als Nebenmann des frischgebackenen Weltfußballers Luka Modric sein Können in der Spielgestaltung zeigen, die Drecksarbeit übernahm stets Abräumer Casemiro. Nun geht es raus aus der Komfortzone, mehr Drecksarbeit ist gefragt. Man darf gespannt sein, wie Kroos damit umgeht.