Es gab durchaus schon weniger spektakuläre Spiele zwischen Atlético Madrid und dem FC Barcelona. Gestern Abend waren es über weite Strecken aber ausgerechnet die Colchoneros, die für eine unterhaltsame, temporeiche und abwechslungsreiche Partie sorgten. Doch der Reihe nach.

Zu Beginn der Partie waren alle Augen auf Antoine Griezmann gerichtet. Erstmals nach seinem Wechsel von Atlético zu Barça kehrte der 28-Jährige in seine alte Heimat zurück. Wie zu erwarten, wurde er bei all seinen Ballaktionen mit Pfiffen bedacht. Es waren aber bei weitem nicht alle Atletí-Anhänger, die sich beteiligten. Und ohnehin gab es im weiteren Verlauf der Partie wenig zu pfeifen. Denn Griezmann tauchte über weite Strecken ab.

Das Spiel lief am Weltmeister vorbei. Stattdessen machten seine Ex-Kollegen den wacheren Eindruck und scheiterten mehrmals am gut aufgelegten Marc-André ter Stegen oder am eigenen Unvermögen. Und so stand es trotz etlicher Großchancen – die meisten für Atlético – bis in die Schlussphase hinein 0:0.

Messi der Matchwinner

Von Langeweile konnte dennoch keine Rede sein. Es wurden viele Zweikämpfe geführt, teilweise auch sehr harte. Und einige sehenswerte Spielzüge auf beiden Seiten konnten erst im Strafraum gestoppt werden. Als alle sich bereits mit einer Punkteteilung abgefunden hatten, war es wieder einmal Lionel Messi, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte.

Ein letztes Dribbling, ein letzter Doppelpass mit Luis Suárez, eine müde Atlético-Abwehr, die die allerletzte Entschlossenheit vermissen ließ und es war passiert. Der Argentinier kam am Sechzehner frei zum Abschluss und versenkte den Ball mit der von ihm gewohnten Präzision unhaltbar im Tor von Jan Oblak. Es war Messis erstes Tor im neuen Atlético-Stadion und La Pulga zeigte in dieser Szene seine ganze Klasse.

Denn obwohl es nicht sein Spiel war an diesem Abend, war er am Ende doch der Matchwinner. Für die Elf von Diego Simeone dagegen stand beim Abpfiff wieder einmal viel Aufwand und kein Ertrag auf der Habenseite. Ein Spiegelbild der Saison. Genau wie der Auftritt von Rückkehrer Griezmann. Blass, uninspiriert und teilweise wie ein Fremdkörper. Und das im ehemaligen Wohnzimmer.