Am gestrigen Sonntag war es wieder soweit: Rafael Camacho zeigte gegen die U23-Mannschaft von Leicester City (6:0) eine bärenstarke Leistung – drei Tore gingen auf sein Konto. Im Reserveteam der Reds läuft der 18-Jährige regelmäßig zur Höchstform auf.

Sowohl bei der Zweitvertretung als auch in der Youth League stellt Camacho sein ganzes Können unter Beweis. In 19 Partien für beide Teams steuerte er zwölf Tore und acht Vorlagen bei. Am liebsten wird der Rechtsfuß im offensiven Mittelfeld oder auf den Flügelpositionen eingesetzt.

Keine Wohlfühloase

Dennoch fühlt sich Camacho in Liverpool nicht ausreichend wertgeschätzt. Geht es nach dem Teenager, möchte dieser nur noch in der Offensive zum Zug kommen. Trainer Jürgen Klopp hat aber etwas dagegen. Im Januar sagte er noch: „Camachos Defensivverhalten ist gut. Er nimmt die Herausforderungen an.“

Klopp sieht in Camacho Parallelen zu Andrew Robertson. Einst formte der 51-Jährige den Schotten vom Außenbahnspieler zum Linksverteidiger um. Mit Erfolg: In seiner veränderten Rolle zählt der 25-Jährige zu den Besten auf seiner Position. „Es ist ein Lernprozess gewesen, den Robertson durchlaufen hat. Er war ein fantastischer linker Flügelspieler – nun ist er ein kompletter Spieler.“

Auch wenn Camacho zwischen Dezember und Februar achtmal im Premier League-Kader von Klopp stand und gegen Crystal Palace (4:3) zu einem Kurzeinsatz kam, besitzt er keine Zukunft an der Anfield Road. Am gestrigen Sonntag verkündete der Portugiese via Instagram: „Ich bin kein rechter Verteidiger, ich bin ein Angreifer, der Tore erzielt. Das ist meine DNA.“

Leipzig streckt Fühler aus

Laut ‚Goal.com‘ legt Liverpool seinem Schützling keine Steine in den Weg. Für 11,5 Millionen Euro sei Camacho zu haben. Zu den Interessenten soll RB Leipzig zählen. Bei den Sachsen würde der Junioren-Nationalspieler vermutlich zu mehr Einsatzzeit kommen – dazu winkt die Champions League.

Die Leipziger haben mit Talenten von der Insel zuletzt ein goldenes Händchen bewiesen. In der Rückrunde der vergangenen Bundesliga-Saison lief Everton-Leihgabe Ademola Lookman für die Roten Bullen auf. Fünf Treffer und vier Assists standen in lediglich elf Ligapartien zu Buche – dabei brachte ihn Trainer Ralf Rangnick oftmals als Joker. Unterm Strich nahm Leipzig aufgrund der hohen Ablöseforderung seitens der Toffees von einer Verpflichtung Abstand.

Mit Emile Smith Rowe debütierte am vergangenen Spieltag gegen den VfL Wolfsburg (2:0) nach langer Verletzungspause ein weiterer England-Legionär bei den Sachsen. Der 18-Jährige ist noch bis zum Saisonende vom FC Arsenal ausgeliehen.

PlausibelFT-Meinung: In Camacho schlummert ungeheures Potenzial. Weil sich die Nachwuchshoffnung aber nicht zum Außenverteidiger umschulen lassen möchte, wird dem Portugiesen ein Sommerwechsel nahegelegt. Am Ende des Tages könnte Leipzig profitieren.