Gewinnt der FC Chelsea am morgigen Mittwoch bei Tottenham Hotspur, beträgt der Rückstand von Manchester City auf die Tabellenspitze der Premier League bereits zehn Zähler. Nach famosem Start unter Neu-Coach Pep Guardiola geriet der Motor der Citizens zuletzt ins Stocken. Im Winter sind Neuverpflichtungen wohl unverzichtbar – trotz eines Dementis von Sportdirektor Txiki Begiristain.

Mit Gabriel Jesús, dessen Verpflichtung bereits im Sommer festgezurrt wurde, steht der erste Winterneuzugang bereits fest. Der 19-jährige kommt für 32 Millionen Euro von Palmeiras aus Brasilien und gilt als große Sturmhoffnung. Der Schuh drückt bei den Skyblues allerdings eher im hinteren Bereich des Spielfeldes. FT wirft einen Blick auf die Baustellen im City Kader.

Innenverteidigung

Personal: John Stones, Nicolás Otamendi, Vincent Kompany, Aleksandar Kolarov

Kandidaten: Virgil van Dijk (FC Southampton), Holger Badstuber (FC Bayern), Dayot Upamecano (RB Salzburg)

Den Namen nach verfügt City über eine mehr als achtbare zentrale Verteidigung. Mit Stones kam im Sommer ein Rekordneuzugang dazu, Kolarov wurde von Guardiola umfunktioniert. Da Kapitän Vincent Kompany aber fast durchgängig verletzt ausfällt, fehlen dem Katalanen häufig die Alternativen. Gerade die zehn Gegentore in der Champions League-Gruppenphase dürften dem Coach gar nicht schmecken.

Eine vielversprechende Alternative scheint Virgil van Dijk vom FC Southampton zu sein. Der Niederländer könnte Medienberichten zufolge zum teuersten Verteidiger der Geschichte werden. 70 Millionen Euro verlangen die Saints offenbar für den 25-Jährigen. Dass der ebenfalls verletzungsanfällige und zuletzt gehandelte Holger Badstuber tatsächlich ein Thema im Etihad ist, ist zu bezweifeln. Wenngleich Guardiola als großer Bewunderer des deutschen Nationalspielers gilt.

Außenverteidigung

Personal: Pablo Zabaleta, Bacary Sagna, Gaël Clichy, Aleksandar Kolarov

Kandidaten: Alejandro Grimaldo (Benfica Lissabon), Sead Kolasinac (Schalke 04),

Satte 31,5 Lenzen zählen die Außenverteidiger der Skyblues im Mittel. Für die rechte Seite stehen Guardiola Zabaleta und Sagna zur Verfügung. Wunschkandidat Bellerín verlängerte erst kürzlich bis 2023 bei Arsenal. Die City-Blicke dürften entsprechend zu einem bisher noch nicht genannten Kandidaten wandern, der die Nachfolge des routinierten Duos antreten darf.

Für den Posten des Linksverteidigers wurden zuletzt die Namen Grimaldo und Kolasinac in den Raum geworfen. Der Schalker ist im Sommer ablösefrei zu haben. Sollte City den Königsblauen ein schickes Angebot vorlegen, könnte ein Winterwechsel womöglich zum Thema werden. Grimaldo soll indes eine Ausstiegsklausel in Höhe von 45 Millionen Euro besitzen. Dafür, dass City auf den Außenverteidigerposten nochmal aktiv wird, sprechen auch die Abgänge der Youngsters Angeliño und Pablo Maffeo, die zum FC Girona verliehen wurden.

Zentrales Mittelfeld

Personal: Fernandinho, Yaya Touré, David Silva, Fabian Delph, Fernando

Kandidaten: Steven N’Zonzi (FC Sevilla), Koke (Atlético Madrid), William Carvalho (Sporting Lissabon)

Durch den langfristigen Ausfall von Ilkay Gündogan klafft bei ManCity ein Loch im Mittelfeld. Da Fernandinho stets ein Kandidat für einen Platzverweis ist und Fabian Delph weiterhin verletzt ausfällt, wurde jüngst sogar der zuletzt in Ungnade gefallene Yaya Touré rehabilitiert. David Silva rückte unter Guardiola zudem ein Stück nach hinten und kurbelt nun von dort aus das Spiel an.

Heißester Kandidat auf einen Wintertransfer ist N’Zonzi. Am Rennen um den Abräumer soll sich aber auch der FC Arsenal beteiligen. Koke dürfte nicht zu haben sein. Bereits mehrfach schwor der Rechtsfuß Atlético Madrid die Treue. Auf William Carvalhos Sprung in eine Topliga wartet man nach wie vor vergebens. Nicht auszuschließen, dass Guardiola den bulligen Ballverteiler von einem Premier League-Engagement überzeugen könnte.

Fazit: City braucht im Winter Veränderungen auf mindestens drei Positionen. Der Kader entspricht noch nicht Guardiolas Vorstellungen. Gerade im hinteren Teil des Spielfeldes wird sich im Januar noch das ein oder andere tun. Am Geld scheitern City-Wünsche indes nur äußerst selten.