Die Meldung kam durchaus überraschend. Am 20. November 2017 stand fest: Sven Mislintat wechselt von Borussia Dortmund zum FC Arsenal. Der als exzellenter Talentspäher bekannte Scout machte sich am 1. Dezember an die Arbeit bei seinem neuen Klub – und verpasste Arsenal in Windeseile eine BVB-Note.

Im Tausch gegen Alexis Sánchez kam Henrikh Mkhitaryan (30) von Manchester United. Am Transfer des Armeniers nach Dortmund hatte Mislintat schon 2013 mitgewirkt. Wie 2013 kam im Januar 2018 auch Pierre-Emerick Aubameyang fast zeitgleich mit Mkhitaryan zu seinem neuen Klub. Rund 64 Millionen Euro flossen für den unbequemen Torjäger nach Westfalen.

Aubameyang trifft am Fließband

In besagtem Transfersommer 2013 landete der BVB auch noch einen dritten Top-Transfer und holte Sokratis (30) von Werder Bremen. Fünf Jahre später hatte Mislintat das natürlich nicht vergessen und lotste den Abwehrmann für 16 Millionen nach London. Alle drei Ex-Dortmunder spielen bei Arsenal zumindest ordentliche Rollen – Aubameyang sticht dabei heraus. Insbesondere in der aktuellen Spielzeit erweist sich der 29-Jährige als Glücksgriff. Mit 15 Premier League-Toren ist der Sprinter Zweiter in der Torjägerliste.

Doch Mislintat hat noch mehr vorzuweisen als nur alte Weggefährten ins Emirates gebracht zu haben. Beim französischen Zweitligisten FC Lorient entdeckte der 46-Jährige mit Mattéo Guendouzi (19) für nur acht Millionen Euro ein absolutes Juwel. Zusammen mit Lucas Torreira (22), der für 30 Millionen von Sampdoria Genua kam, bildet Guendouzi ein kongeniales Duo im zentralen Mittelfeld.

Konservativer Lichtsteiner-Transfer

Ebenfalls kreativ war die Verpflichtung von Konstantinos Mavropanos (21). Der junge griechische Innenverteidiger wartet aber noch auf seinen Durchbruch. Bei Stephan Lichtsteiner wusste Arsenal dagegen, was man bekommt. Der 35 Jahre alte Außenverteidiger kam von Juventus Turin und stellt mit seiner Erfahrung eine wertvolle Soforthilfe dar. Für Mislintat ein ziemlich untypischer Transfer.

Heute scheidet das Adlerauge auch formal bei Arsenal aus. Die Gründe dafür sind weitgehend unbekannt. In der offiziellen Mitteilung hieß es jedoch, dass Mislintat sich auf „neue Aufgaben“ freue. Zuletzt war der Scout mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht worden. Ob er tatsächlich dort oder vielleicht auch wieder in seiner Heimatstadt Dortmund oder doch ganz woanders landet, steht in den Sternen.