Die beiden letztjährigen Neuzugänge Ousmane Dembélé und Emre Mor sollten bei Borussia Dortmund in den kommenden Jahren für Furore sorgen. Nach nur einer Spielzeit werden die 20-Jährigen aus ganz unterschiedlichen Gründen womöglich erneut den Arbeitgeber wechseln. Während Dembélé für den Mondpreis von bis zu150 Millionen Euro zum FC Barcelona weiterziehen könnte, erhält der BVB für Mor deutlich weniger.

Laut ‚kicker‘-Informationen steht der Abschied zu Inter Mailand für die Leihgebühr von vier Millionen Euro kurz bevor. Die Kaufoption, die wie bei Mikel Merino an „bestimmte Bedingungen“ geknüpft ist, soll bei rund zehn Millionen Euro liegen. Während der Weggang des Türken nicht zwingend Neuverpflichtungen nach sich ziehen würde, wäre spätestens nach einem Dembélé-Abschied der Bedarf – und vor allem auch das nötige Kapital – vorhanden. Der BVB will aber seiner Transferphilosophie treu bleiben und nicht ins alleroberste Regal greifen. Einige hochtalentierte Kandidaten wurden bereits gehandelt.

Iñaki Williams (23, Athletic Bilbao): Der sprintstarke Offensivallrounder von Athletic Bilbao wäre die älteste und gleichwohl teuerste Alternative. Mehrere Medien aus verschiedenen Ländern brachten die spanische Offensivhoffnung bereits mit dem BVB in Verbindung. Seine Qualitäten auf dem Flügel aber auch im Sturmzentrum, wo er als Backup für Pierre-Emerick Aubameyang fungieren könnte, machen ihn für die Schwarz-Gelben interessant. Die festgeschriebene Ablöse von 50 Millionen Euro erscheint angesichts der möglichen Dembélé-Einnahmen fast schon putzig.

Demarai Gray (21, Leicester City): Der 21-Jährige will Leicester City in diesem Sommer verlassen. Das englische ‚Sky Sports‘ nannte den Außenstürmer Ende des vergangenen Monats unter anderem als Option für Borussia Dortmund. Der hochtalentierte Linksaußen schwimmt etwas unter dem Radar, würde daher aber umso mehr in das Suchraster der Borussia passen. Bis 2020 ist der flinke Dribbler noch an die Foxes gebunden. Zu rechnen wäre mit einer zweistelligen Millionenablöse für den englischen U21-Nationalspieler, der im Januar 2016 für fünf Millionen Euro von Birmingham City zum späteren Überraschungsmeister gekommen war.

Jadon Sancho (17, Manchester City): Der schnelle Linksaußen zählt zu den größten Talenten des englischen Fußballs. Eigentlich will City das Eigengewächs unter allen Umständen halten, doch laut englischen Medienberichten endet der Ausbildungsvertrag bereits im kommenden Sommer, sodass ein Abschied durchaus denkbar wäre. Schon Ende Juni war Sancho mit seinem Management in Dortmund, um sich das Trainingszentrum des BVB anzuschauen. Allerdings gilt auf der Insel nach wie vor ein Wechsel zum FC Arsenal als wahrscheinlich. Laut ‚kicker‘ kommt der Youngster vor allem als Ersatz für Mor infrage. Aber auch wenn beide Abgänge doch noch scheitern sollten, würde die Borussia wohl keine Sekunde zögern, wenn sie die Chance auf das 17-jährige Supertalent sehen würde. Eine direkte Verstärkung wäre Sancho allerdings nicht.

Maxwell Cornet (20, Olympique Lyon): Im Gegensatz zum jungen Engländer würde der 20-Jährige den Kader von Peter Bosz direkt verstärken. Der Flügelspieler, der vor seinem ivorischen Nationalmannschaftsdebüt alle U-Nationalteams der Franzosen durchlief, ist deutlich bulliger als sein potenzieller Vorgänger Dembélé. Die technische Extraklasse und Raffinesse, die den Dortmunder Shootingstar auszeichnet, geht dem OL-Profi jedoch ab. Dennoch hat der BVB bereits Kontakt zum Youngster hergestellt und sich nach dessen Preis erkundigt, wie FT exklusiv berichtete. Die geforderten 22 Millionen Euro wären fraglos kein Hindernis. Allzu konkret soll das schwarz-gelbe Interesse aber derzeit nicht sein.

Julian Draxler (23, Paris St. Germain): Über die Zukunft des Confed Cup-Siegers wird natürlich spekuliert. Denn die Gefahr ist groß, dass Neymar den Platz von Draxler als Linksaußen bei PSG einnehmen wird. ‚Sky‘ bringt den Rechtsfuß nun als möglichen Erben von Dembélé beim BVB ins Spiel. Zuvor gab es auch Gerüchte, der FC Barcelona könnte Interesse haben. Beide Fälle sind unwahrscheinlich. Barça bemüht sich um andere Kaliber und in Dortmund wird man einen Teufel tun, den Fans einen Ex-Schalker vor die Nase zu setzen.

Federico Chiesa (19, AC Florenz): Ebenfalls von ‚Sky‘ wird der Youngster aus der Toskana in die Verlosung geworfen. Kein Wunder, würde Chiesa doch bestens in die Transferphilosophie der Schwarz-Gelben passen. Trotz seines jungen Alters hat das italienische Talent den Durchbruch in der Serie A schon geschafft. Immerhin 36 Pflichtspiele (5 Tore, 4 Assists) standen nach der zurückliegenden Saison zu Buche. Ob der BVB tatsächlich an Chiesa dran ist, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen.