Schon im Champions League-Endspiel gegen den FC Liverpool war Cristiano Ronaldo abgetaucht. Die Show stahl ihm an diesem Abend Gareth Bale, der von der Bank kam und doppelt traf. Im Anschluss sprach der Waliser von einem möglichen Wechsel, weil er sich endlich wieder wichtig fühlen wollte. Bale blieb dann aber bei den Königlichen. Und hat sein Ziel dennoch erreicht.

Rund 50 Tore garantierte Ronaldo pro Saison. Diese müssen nun andere schießen. Und Bale schickt sich an, einen Großteil dieser Last zu schultern. Der 29-Jährige präsentierte sich zum Saisonauftakt gegen den FC Getafe wie schon häufig in der Vorbereitung in blendender Verfassung. Voller Selbstbewusstsein, mal rechts, mal links, mal in der Mitte war Bale die treibende Offensivkraft beim 2:0-Sieg der Madrilenen. Nur folgerichtig, dass der nominelle Rechtsaußen den Treffer zum Endstand gleich selbst besorgte.

In den vergangenen Spielzeiten trug Bale einen Rucksack mit sich herum, der von Jahr zu Jahr schwerer zu werden schien. Die Ablöse von 101 Millionen Euro konnte er nie wirklich rechtfertigen, der Schatten von Ronaldo war einfach zu groß. Bale wirkte zunehmend verkrampft und war in der vergangenen Saison dann ein ums andere Mal nur noch zweite Wahl.

Seit einiger Zeit zeigt die Formkurve nun aber steil nach oben. Das Champions League-Finale war womöglich nur ein Fingerzeig in Richtung der aktuellen Saison. Auch der Trainerwechsel von Zinedine Zidane hin zu Julen Lopetegui scheint Bale neuen Schwung zu verleihen. Von Wechselgedanken ist keine Spur mehr. Und selbst wenn, einen Bale in dieser Form würde Real nie abgeben. Genau nach dieser Rückendeckung hatte sich der viermalige Champions League-Sieger lange Zeit gesehnt.