‚Warum Warten?‘ So oder so ähnlich wird es Mark van Bommel vor knapp zwei Wochen in der Endphase der Partie seiner PSV Eindhovens gegen den FC Groningen durch den Kopf gegangen sein. In der 90. Minuten nahm der Trainer Gastón Pereiro vom Feld. Für den Zehner kam ein Junge, der den Uruguayer wohl über kurz oder lang beerben wird: Mohammed Ihattaren.

Dabei hätte van Bommel gut und gerne noch zwei Jahre warten können, ehe er sein neuestes Juwel ins Haifischbecken des Profifußballs wirft. Es wäre nichts Ungewöhnliches gewesen. Denn zum Zeitpunkt seiner Einwechslung war Ihattaren (Jahrgang 2002) mit 16 Jahren und 348 Tagen viertjüngster Debütant in der Geschichte der Eindhovener. Doch warum warten?

Keine Anpassungsschwierigkeiten

Das Debüt des Teenagers sollte kein einmaliger Gefallen seitens des Trainers bleiben. Schon am folgenden Spieltag gegen Fortuna Sittard durfte Ihattaren erneut ran – diesmal sogar über 24 Minuten. Mit einem schönen Steilpass leitete der 16-Jährige auch prompt die Szene ein, die zum 5:0-Endstand führte. Am gestrigen Sonntag folgte Einsatz Nummer drei gegen den FC Utrecht – diesmal in einem engen Spiel. 1:2 lag PSV zurück, als Ihattaren das Spielfeld betrat. Die Partie endete 2:2.

Trotz seiner Unerfahrenheit zeigte sich sowohl gegen Sittard als auch in Utrecht, dass sich der junge Spielmacher nicht vor den Verteidigern der Eredivisie verstecken muss. Zwar riss der 16-Jährige nicht gleich das Ruder an sich, doch fügte er sich nahtlos in die Offensive der van Bommel-Elf ein und übernahm Verantwortung. Ihattarens starkem linken Fuß wurde sogleich die Ausführung von Standardsituationen anvertraut.

Topklubs klopfen an

Dass sich der Niederländer mit marokkanischen Wurzeln so früh in der Eredivisie durchzusetzen scheint, kommt nicht von ungefähr. Schon länger hat es das PSV-Juwel mit älteren Gegenspielern zu tun. Ihattaren tritt sowohl in der U19-Liga als auch in der UEFA Youth League für Eindhoven an. Gegen die oftmals mehr als zwei Jahre ältere Konkurrenz wusste er zu brillieren. In insgesamt 17 Einsätzen kommt er auf sechs Tore und vier Vorlagen.

Ich genieße es, wenn ich hier bin. Ich bin fit und trainiere gut. Ich gebe einfach alles und dann ist auch alles möglich. Ich denke nicht, dass es eine Rolle spielt, wie alt man ist“, erklärt Ihatteren laut ‚Eindhovens Dagblad‘. Längst genießt der 16-Jährige die Aufmerksamkeit von Europas Topklubs. Medienberichte haben ihn bereits mit dem FC Barcelona, Inter Mailand, dem FC Chelsea und Manchester City in Verbindung gebracht. In Eindhoven wird man hoffen, dass Ihatteren bei seiner Zukunftsplanung eine andere Devise verfolgt als ‚Warum warten?‘