Wenn der direkte Gegenspieler nach rund einer halben Stunde leistungsbedingt ausgewechselt wird, kann man nicht viel falsch gemacht haben. Genau das traf auf Alphonso Davies zu, der Jadon Sancho im wahrsten Sinne des Wortes den Schneid abkaufte. Geschwindigkeit, Zweikampfpräsenz und auch Davies’ Offensivdrang stellten das BVB-Juwel vor solch große Probleme, dass Lucien Favre mit einer Auswechslung reagierte.

Und auch im Anschluss wies Davies gegen Thorgan Hazard, Raphaël Guerreiro und Achraf Hakimi nach, dass er augenscheinlich einen wichtigen Entwicklungsschritt gemacht hat. Die Notlösung auf der Linksverteidiger-Position wächst so langsam zur Dauer-Alternative heran.

Davies als Prototyp

Rein mit Blick auf sein Profil bringt Davies allerbeste Voraussetzungen für die Rolle als linker Part der Viererkette mit. Der 19-jährige Kanadier ist pfeilschnell, selbst im direkten Duell mit Super-Sprinter Hakimi behielt Davies die Oberhand. Dazu kommen körperliche Präsenz und das nötige Verantwortungsbewusstsein für die Defensivbewegung.

Er ist schnell, hat enormen Speed, das hat man heute gesehen. Gerade gegen Hakimi oder Sancho ist es nicht ganz so einfach zu spielen, aber er hat beide wirklich sehr gut im Griff gehabt, ihm ist keiner davongelaufen“, lobt Hansi Flick nach der Partie. Uli Hoeneß schwärmte gar nicht altbekannter Manier: „Er wird weltklasse.“

Noch einiges zu lernen

Dass der gelernte Offensivmann noch viel lernen muss, liegt dabei auf der Hand. Schließlich hat er während seiner gesamten Karriere bislang als Außenstürmer agiert. Zudem bewegen sich die taktische Schulung sowie die Qualität der Gegenspieler in Kanada bei weitem nicht auf Bundesliga-Niveau.

Es hat aber ganz den Anschein, als habe der FC Bayern seine Linksverteidiger-Alternative dauerhaft in den eigenen Reihen gefunden. Das passt ganz gut, denn es hatte sich doch abgezeichnet, dass Lucas Hernández eher für die Rolle als Innenverteidiger vorgesehen ist.