1. Strenge Verhaltensregeln

Eigentlich ist Bundestrainer Joachim Löw als Pionier der Aufforderung „högschte Disziplin“ bekannt. Doch auch aus Heynckes‘ Mund dürften diese Worte kaum überraschen. Wenngleich beinahe akzentfrei. Laut der ‚Sport Bild‘ hat der 72-Jährige strenge Verhaltensregeln (wieder-)eingeführt. Darunter ein Handyverbot, Sauberkeit im Spind, Höflichkeit gegenüber allen Mitarbeitern und die Aufhebung von Grüppchen. Was selbstverständlich klingt, sind Dinge, die unter Vorgänger Carlo Ancelotti schleifen gelassen wurden. Ein sauberer Umgang miteinander führt zwangsläufig zu einer ernsthafteren Arbeitsauffassung.

2. Konzentrierte Defensive

Wer Freigeist Arjen Robben in der Partie gegen Celtic Glasgow (3:0) nach einem Sprint in Richtung eigenes Tor den Ball abgrätschen sah, rieb sich doch recht verwundert die Augen. Heynckes fordert von jedem einzelnen Spieler höchste Aufopferungsbereitschaft in der Rückwärtsbewegung. Unter Ancelotti verrichteten viele Stars gerade defensiv nur Dienst nach Vorschrift. Dafür gab es in der Vorsaison Kritik von Innenverteidiger Hummels. Mittlerweile dürfte der Weltmeister zufrieden gestellt sein. Anders als Heynckes. Der fordert mantraartig, dem Gegner keine einzige Torchance zu lassen. Wie in der Triple-Saison so oft geschehen.

3. Vertrauen in Wortführer

Egal ob Jérôme Boateng, Mats Hummels, Arjen Robben, Franck Ribéry oder Thomas Müller: Ancelotti hatte zum Ende seiner Amtszeit quasi alle etablierten Wortführer gegen sich aufgebracht. Heynckes dreht nun gewissermaßen die Zeit zurück und setzt voll auf die genannten Stars. Nicht nur in Form von Einsatzzeiten, sondern auch durch öffentliche Aussagen des Trainers erhalten die Führungsspieler Anerkennung. Selbst dem verletzten Ribéry sprach Heynckes bereits Mut zu und versichert: „Unter mir wird er funktionieren.“

FT-Meinung: Heynckes verzichtet zwar auf große Innovationen, ist sich aber bewusst, dass in der aktuellen Situation Bewährtes hilfreich ist. Durch die Erfolge der Saison 2012/13 und den Gewinn der Meinungsführer vertraut ihm das Team blind. Die bisherigen Gegner Freiburg und Celtic waren aber sicher noch kein geeigneter Maßstab. Im Offensivbereich fielen die acht Tore durch die hohe individuelle Klasse beinahe zwangsläufig. Den Hebel setzt der Trainer in der Abwehr an und fordert: „Man muss immer zu Null spielen.“ Ein Selbstverständnis, das dem FC Bayern gut zu Gesicht steht.