1. Paco Alcácer (Borussia Dortmund/zwei Millionen Leihgebühr): Lange feilte Michael Zorc vergeblich an der Verpflichtung eines neuen Mittelstürmers. Das Leihmodell mit Alcácer schien dann fast ein wenig aus der Not geboren. Doch Lucien Favres Wunsch hatte Hand und Fuß. Sagenhafte sechs Tore stehen nach nur 81 Bundesligaminuten auf dem Konto des Spaniers, der am gestrigen Donnerstag auch für Spanien doppelt traf. Die auf 21 Millionen Euro festgeschriebene Kaufoption wird nach aktuellem Stand sicher gezogen.

2. Axel Witsel (Borussia Dortmund/20 Millionen): Auch der zweitbeste Einkauf des Sommers geht auf Zorcs Kappe. Aus China kam der belgische Mittelfeldmotor Witsel – auch das eine Verpflichtung mit einem gewissen Risiko. Denn der 29-Jährige hat nie in einer absoluten europäischen Topliga gespielt. Dass dies nicht unbedingt ins Gewicht fällt, bewies Witsel in den ersten Wochen beim BVB. In der Zentrale übernahm er an der Seite von Thomas Delaney (s.u.) gleich die Chefrolle.

3. Alassane Pléa (Borussia Mönchengladbach/23 Millionen): Diese Summe bedeutet in Gladbach unangefochtenen Vereinsrekord. Mit dieser Bürde musste Pléa erst einmal lernen umzugehen. Acht Treffer markierte der Franzose in seinen bisherigen acht Pflichtspielen. Dabei bringt der Rechtsfuß genau jene Attribute mit, die Max Eberl über Jahre vergeblich bei einem Stürmer gesucht hatte: Spielfreudig, dynamisch, torgefährlich und robust.

4. Javairô Dilrosun (Hertha BSC/ablösefrei): Was das Verhältnis Preis/Leistung betrifft, ist der Niederländer nicht zu toppen. Weil Manchester City auf eine Vertragsverlängerung verzichtete, durfte Dilrosun ablösefrei von dannen ziehen. Hertha schlug zu und verpflichtete einen pfeilschnellen, dribbelstarken und dazu zielstrebigen Außenstürmer. Mit zwei Toren und drei Vorlagen zählt der 20-Jährige zu den absoluten Topscorern der Liga.

5. Davy Klaassen (SV Werder Bremen/13 Millionen): Einige Wochen lang kämpfte Werder um den Zuschlag bei Klaassen. Ein persönliches Gespräch mit Florian Kohfeldt gab schließlich den Ausschlag für Grün-Weiß. In Bremen findet Klaassen nun die in Aussicht gestellte taktische Marschroute wieder. Und genau deshalb entfaltet sich der 25-jährige Mittelfeldspieler immer mehr. Es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis er nach dem verlorenen Jahr in Everton an die Ajax-Leistungen anknüpft.

6. Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt/Leihe): Ursprünglich sollte Frederik Rönnow das Erbe von Lukas Hradecky antreten. Doch dann ergab sich urplötzlich die Chance auf eine Trapp-Rückkehr. Fredi Bobic griff zu und vereinbarte mit PSG eine Leihe. Trapp zahlt das Vertrauen zum Leidwesen von Rönnow mit bärenstarken Leistungen zurück. Mehrfach hat er der Eintracht nun schon die Punkte festgehalten. Ob im kommenden Sommer eine Festverpflichtung möglich sein wird, ist noch offen.

7. Thomas Delaney (Borussia Dortmund/20 Millionen): Gemeinsam mit Witsel sorgt Delaney dafür, dass im Dortmunder Mittelfeld endlich jene Zweikampfhärte und Stabilität vorhanden sind, die sich Hans-Joachim Watzke in der vergangenen Saison vergeblich wünschte. Die 20 Millionen Euro Ablöse sind hervorragend angelegt. Und auch Delaney selbst darf sich nach aktuellem Stand dazu beglückwünschen, den BVB einem englischen Mittelklasse-Klub vorgezogen zu haben.

8. Nordi Mukiele (RB Leipzig/16 Millionen): Abgesehen von seinem disziplinarischen Aussetzer gemeinsam mit Landsmann Jean-Kévin Augustin entwickelt sich Mukiele in Leipzig prächtig. Auf der rechten Verteidigerposition spielt der 20-jährige Franzose seine athletischen Vorzüge beeindruckend aus. An den Hereingaben muss er zwar noch arbeiten, doch der Gesamteindruck ist prächtig. Mittelfristig dürfte Mukiele mit seinen fußballerischen Voraussetzungen häufiger nach innen rücken.

9. Walace (Hannover 96/Sechs Millionen): Seine schwachen Leistungen im HSV-Trikot schreckten Horst Heldt im Sommer nicht ab, einen dicken Batzen Geld für Walace auf den Tisch zu legen. Der Brasilianer dankt es bislang mit entschlossenen und fußballerisch reifen Darbietungen in der Mittelfeld-Zentrale. Die Folge: Nationaltrainer Tite nominierte den 23-Jährigen sogar für die anstehenden Länderspiele. Ein Ritterschlag.

10. Moussa Niakhaté (Mainz 05/Sechs Millionen): Dem Franzosen wurde die schwierige Aufgabe zuteil, den Abgang von Landsmann Abdou Diallo aufzufangen. Und bis dato erfüllt Niakhaté diesen Job mehr als zufriedenstellend. An der Seite des erfahrenen und soliden Nebenmanns Stefan Bell nimmt der 22-Jährige den Part als risikofreudiger Innenverteidiger ein. Abgesehen von seiner frühen Roten Karte im DFB-Pokal blieb Niakhaté bislang fast ohne Fehl und Tadel. Vier Gegentore nach sieben Spieltagen sprechen eine deutliche Sprache.