Es ist wie 2012. Der FC Bayern nimmt die zwischenzeitliche Dominanz von Borussia Dortmund als Anlass für eine Transferoffensive. Zunächst einmal sei gesagt: Das ist nur legitim. Schließlich legt man an der Säbener Straße sehr viel Wert darauf, den Status als deutsche Nummer eins sportlich mit Leben zu füllen.

Brazzo viel zu offenherzig

Was allerdings etwas ungewöhnlich anmutet, ist die Herangehensweise des Branchenführers aus dem Süden. Seit der Verpflichtung von Benjamin Pavard hat Hasan Salihamidzic mit den bayrischen Plänen nicht hinterm Berg gehalten. Im Gegenteil: Frei von der Seele plapperte der Sportdirektor vom Interesse an drei Stars.

Über Callum Hudson-Odoi sagte Brazzo: „Er ist ein sehr interessanter Spieler, den wir unbedingt verpflichten wollen.“ Wenig später ließ er bezüglich Lucas Hernández folgen: „Das ist ein interessanter Spieler, der bei Atlético Madrid spielt. Man muss schauen, was möglich ist.“ Und erst am heutigen Montag verlautbarte der Bayern-Chef, nachdem Gerüchte um eine Kontaktaufnahme bezüglich Adrien Rabiot die Runde gemacht hatten: „Sie wissen ja, wie der Transfermarkt ist. Wir müssen die Augen und Ohren offen halten, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Rabiot ist ein interessanter Spieler.“

Unnötiger Druck, schlechte Verhandlungsposition

Zwangsläufig werden die Bayern künftig an Salihamidzics Worten gemessen. Nicht auszudenken, mit wie viel Häme die Münchner leben müssten, sollte keiner der anvisierten Deals klappen. Hinzu kommt, dass sich die Verhandlungsposition durch das öffentlich formulierte Interesse eher verschlechtern dürfte. Chelsea, Atlético und auch PSG werden sich nicht unter Wert abspeisen lassen – ganz im Gegenteil.

Klar ist, was hinter den Aussagen steckt. Der FC Bayern wähnt sich naturgemäß in einer starken Verhandlungsposition und rechnet fest damit, dass alle drei Spieler an die Säbener Straße wechseln wollen. Auf der Jagd nach dem 29. Meistertitel ist zudem alles recht, was den BVB in seiner Fokussierung stören könnte. Da kommen Gerüchte um Weltmeister und potenzielle Topstars gerade recht. Das Risiko, das Salihamidzic und Co. gehen, ist jedoch riesig.