Sechs Jahre in Folge kürte sich RB Salzburg zuletzt zum österreichischen Meister. Vor Beginn der aktuellen Spielzeit hätte man berechtigterweise Zweifel haben können, ob RB wieder ähnlich souverän die Kontrahenten abhängen würde. Zu groß schien die Lücke, die durch die Abgänge hinterlassen wurde.

Bundesliga als größter Abnehmer

Allein das Quartett Munas Dabbur (FC Sevilla), Hannes Wolf (RB Leipzig), Xaver Schlager (VfL Wolfsburg) und Frederik Gulbrandsen (Basaksehir FK) war für wettbewerbsübergreifend 72 Treffer und 40 Assists verantwortlich. Und hatte damit wesentlichen Anteil daran, dass die Mozartstädter zum 13. Mal österreichischer Meister wurden.

Mit Stefan Lainer (Borussia Mönchengladbach) und Diadie Samassékou (TSG Hoffenheim) verließen außerdem zwei wichtige Defensiv-Stützen den Verein. Auch auf der Trainerbank gab es eine Veränderung. Erfolgstrainer Marco Rose ging zu Borussia Mönchengladbach. Nachfolger wurde der US-Amerikaner Jesse Marsch.

Sturmduo treffsicher

Nach erst sechs Spieltagen gehört nun anderen Akteuren die Bühne. Der erst 19-jährige Norweger Erling Braut Haland harmoniert im Doppelsturm mit Leihrückkehrer Hee-Chan Hwang vom Hamburger SV prächtig. Haland führt die Torschützenliste der Liga mit acht Treffern an, sammelte darüber hinaus drei Assists.

Hwang hat in seinen sieben Einsätzen in der noch jungen Spielzeit mit elf Scorerpunkten bereits für mehr Furore gesorgt als in der gesamten vorangegangenen Saison in der Hansestadt (zwei Tore, zwei Vorlagen). Bei solchen Quoten geraten die Abgänge schnell in Vergessenheit.

Starke Nachwuchsarbeit

Ob Sekou Koita (19), Antoine Bernde (20), Dominik Szoboszlai (18) oder der angesprochene Haland (19). Auf die starke Nachwuchsarbeit ist bei den Roten Bullen Verlass. Dabei kommt dem Verein die Koorperation mit Partnerverein FC Liefering zugute, bei dem die Youngster erstmalig Spielpraxis im Profibereich sammeln, um für die Tipico Bundesliga reifen zu können.

Nach diesem Modell wurden auch die Neuzugänge Maurits Kjaergaard (16), Benjamin Sesko (16) und Bryan Okoh (16), allesamt zum Zweitligisten verliehen. Namen, die man sich bei der erfolgreichen Nachwuchsarbeit für die Zukunft merken sollte.

Gradmesser Champions League

Nach schier unglaublichen elf erfolglosen Anläufen in der Champions League-Qualifikation konnte sich Salzburg in diesem Jahr erstmals ohne Umwege direkt für die Gruppenphase der Königsklasse qualifizieren. Partien gegen den FC Liverpool, die SSC Neapel und KRC Genk werden zeigen, wie stark der österreichische Spitzenklub mit seinem jungen Kader wirklich ist.