Viel Erstligaerfahrung hat Diogo Dalot noch nicht gesammelt. Lediglich sechsmal hatte er in Portugals höchster Spielklasse auf dem Platz gestanden, ehe Manchester United zuschlug. 22 Millionen Euro war der Außenverteidiger den Red Devils wert. Zeigen, dass er diese Summe wert ist, konnte Dalot bis gestern nicht. Der Portugiese, den sein Landsmann und Trainer José Mourinho im Sommer wenig charmant als „19-jähriges Kind“ beschrieb, wurde immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen.

Diese sind nun überwunden. Am gestrigen Mittwochabend im Duell gegen den FC Arsenal (2:2) gab Dalot sein Startelfdebüt in der Premier League. Eine Woche zuvor wurde er immerhin eingewechselt. Im achten Erstligaspiel seiner Karriere lief der 19-Jährige als rechter Teil einer Fünferkette auf und bewarb sich für weitere Einsätze.

Startelfdebüt in der Premier League

Dalot ist mit 1,83 Metern und einem stabilen Körperbau ein durchaus physischer Vertreter seiner Zunft – für einen Außenverteidiger in der Premier Leauge optimal. Zudem ließ der Portugiese immer wieder durchblicken, dass er ein vergleichsweise feiner Techniker ist. Häufig nutzte er seine Dynamik, um sich ins Offensivspiel der Red Devils einzuschalten. Die letzte Durchschlagskraft fehlte ihm jedoch.

Defensiv agierte Dalot zwar unaufgeregt und machte keine gravierenden Patzer, eine rundum fehlerfreie Leistung zeigte er aber nicht. Sein Stellungsspiel ist noch ausbaufähig und gerade bei schnellen Passstafetten von Arsenal verlor er manchmal die Übersicht, sodass die Gunners einige Male über seine rechte Abwehrseite durchbrechen konnten.

Lob vom Chef

Die mangelnde Erfahrung ist Dalot also anzumerken, doch sein Potenzial ist unzweifelhaft vorhanden. Mourinho sieht das ähnlich. „Ich wusste, was er kann. Er kam verletzt hier an und als er wieder fit war, ging er zur Nationalmannschaft, spielte zwei Spiele in drei Tagen und kam erneut verletzt zurück. Aber ich denke, dass Manchester United seinen Rechtsverteidiger für die nächsten zehn Jahre gefunden hat“, verkündete der Trainer nach der Partie.

Ein größeres Lob kann man von Mourinho, der nicht gerade nicht gerade dafür bekannt ist, seinen Spielern Honig ums Maul zu schmieren, kaum bekommen. Was das „19-jährige Kind“ jetzt braucht, ist vor allem Spielpraxis. Am kommenden Samstag empfängt United Tabellenschlusslicht FC Fulham. Möglicherweise darf Dalot erneut zeigen, was er kann – und seiner Bilanz ein weiteres Erstligaspiel hinzufügen.