Dass Leonardo Balerdi bei Borussia Dortmund Eingewöhnungszeit brauchen würde, war Fans wie Verantwortlichen klar. Schon bei der Verpflichtung des damals noch 19-jährigen Argentiniers von den Boca Juniors sagte Sportdirektor Michael Zorc, es handle sich „um einen perspektivischen Transfer, der ursprünglich erst für den kommenden Sommer geplant war und nun vorgezogen wird.“

Die angespannte Personallage im Abwehrzentrum und das Interesse anderer Klubs hatten eine frühere Verpflichtung nötig gemacht. Spielen durfte Balerdi jedoch nicht. Der Argentinier war klare Nummer fünf in der Innenverteidiger-Hierarchie. Nun, da Ömer Toprak und Abdou Diallo den Verein verlassen haben, ist der mittlerweile 20-Jährige auf Platz vier. Gebracht hat es ihm wenig. Nach wie vor wartet Balerdi auf sein Profidebüt.

Die Aufmerksamkeit von Lionel Scaloni hat er trotzdem erregt. Der Nationaltrainer Argentiniens berief den Innenverteidiger für die Länderspiele gegen Chile (0:0) und Mexiko (4:0). Gegen die Mittelamerikaner schickte Scaloni das BVB-Juwel in der 83. Minute auf das Feld: Balerdis Debüt für die Albiceleste.

Für die Profis des BVB reicht es noch nicht, für die argentinische Nationalmannschaft hingegen schon. Und wenn der 20-Jährige bald nach Dortmund zurückkehrt, wird es am Wochenende wohl eher Stadion Rote Erde (Spielort der zweiten Mannschaft) anstatt Signal Iduna Park heißen. Eine durchaus kuriose Situation, in der sich der Balerdi befindet.

Dortmund-Debüt in fremdem Trikot?

Und sie könnte bald noch deutlich kurioser werden, sollte der Innenverteidiger auch für die kommenden Länderspiele nominiert werden. Dann trifft Argentinien auf Deutschland (9. Oktober) – ausgerechnet in Dortmund. Sollte Balerdi in dieser Partie zum Einsatz kommen, ohne bis dahin für den BVB debütiert zu haben, würde er sein Dortmund-Debüt also gewissermaßen in fremdem Trikot geben.