Mit dem damaligen Trainer Michael Laudrup stand der FC Getafe kurz vor der großen Sensation: Im Viertelfinal-Rückspiel des UEFA-Cups – heute Europa League – führten die Spanier bis zur 89. Minute mit 1:0 gegen den FC Bayern. Doch Franck Ribéry nutzte einen Aussetzer von Rechtsverteidiger David Cortés zum 1:1-Ausgleich.

Weil das Hinspiel ebenfalls 1:1 endete, ging die Partie in die Verlängerung. Und diese sollte es in sich haben: Nach zwei weiteren Getafe-Toren (91. sowie 93. Minute) zur 3:1-Führung schien das Aus des deutschen Rekordmeisters besiegelt. Luca Toni war es, der in den Schlussminuten mit seinem Doppelpack die Münchner vor einem Desaster bewahrte. Aufgrund der Auswärtstorregel zog der FCB ins Halbfinale ein.

Ups & Downs

Seitdem erlebt der Klub aus dem Ballungsgebiet von Madrid schwierige Zeiten. Nach dem Ausscheiden gegen die Bayern zum Saisonende bis auf Tabellenplatz 14 durchgereicht, wurde das Team in der Folgesaison 2008/09 beinahe mit dem Abstieg bestraft. Einzig die bessere Tordifferenz gegenüber Betis Sevilla bewahrte den Traditionsverein vor dem Gang in die Zweitklassigkeit.

In der darauffolgenden Spielzeit glänzte Getafe mit Tabellenplatz sechs und qualifizierte sich über die Playoffs für die Gruppenphase der Europa League. Im Laufe der Spielzeit sollte sich wieder einmal bewahrheiten, dass ein kleiner Verein an der Doppelbelastung scheitern kann. Mit einem Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz wurde der Sprung in den Abgrund abgewendet.

Neuaufbau in der zweiten Liga

In der Saison 2015/16 konnte sich Getafe jedoch nicht mehr retten. Als Tabellenvorletzter stand der Gang in La Liga 2 an. Unter dem neuen und derzeitigen Trainer Pepe Bordalás packte die Truppe nach Anlaufschwierigkeiten im ersten Saisondrittel den direkten Wiederaufstieg – mit einem völlig umgekrempelten Kader.

In der Aufstiegssaison 2017/18 stand am Ende ein überraschender achter Platz zu Buche. Und heute sieht es noch rosiger aus: Platz vier würde am Ende der Saison die direkte Qualifikation zur Champions League bedeuten. Seit dem neunten Spieltag verlor die Truppe von Bordalás nur drei Partien.

Die Erfolgsfaktoren

Im Sommer ging der Klub auf Shoppingtour. Während das Management mit Schlussmann David Soria sowie den Feldspielern um Dimitri Foulquier, Vitorino Antunes, Nemanja Maksimovic, Mauro Arambarri sowie Jaime Mata ein goldenes Händchen bewiesen hat, wurden Mitläufer wie Emiliano Buendía, Faycal Fajr oder auch Alberto García aussortiert.

Dazu schlugen die Transfers aus der vergangenen Saison wie Djené Dakonam aus Belgien von VV St. Truiden voll ein. Der Innenverteidiger war für 2,5 Millionen Euro verpflichtet worden und steigerte sich in der laufenden Saison nochmals. Unter anderem Barça erkundigte sich im Winter nach dem Togolesen.

Mindestens genauso wichtig für das Team von Bordalás ist Sommerneuzugang Mata, der sich dem Erstligisten ablösefrei von Real Valladolid angeschlossen hat. Der Mittelstürmer erweist sich dabei immer mehr als Glücksgriff. An den vergangenen neun Spieltagen traf der 30-Jährige zehnmal und lieferte vier Assists.

Kontinuität als Erfolgsrezept

Getafe liegt lediglich drei Zähler hinter dem spanischen Rekordmeister Real Madrid. In den zurückliegenden 19 Ligapartien verlor Getafe nur drei Spiele – jeweils knappe Niederlagen gegen den FC Valencia (0:1), FC Barcelona (1:2) sowie Atlético Madrid (0:2). Mit Kontinuität im Verein wird La Liga aufgemischt. Man darf gespannt sein, auf welchem Tabellenplatz die Saison beendet wird.