Statistik

Im vergangenen Frühjahr entschied sich Mahmoud Dahoud dazu, seinen Stammplatz bei Borussia Mönchengladbach aufzugeben, um den Schritt zum BVB zu wagen. Seine Spielzeit betreffend muss der Mittelfeldmann dafür beachtliche Abstriche in Kauf nehmen. Nur 45,7 Prozent der möglichen Minuten verbrachte er auf dem Platz. Ein Tor gelang dem Deutsch-Syrer dabei nicht. Immerhin lieferte Dahoud aber schon fünf Assists – Topwert im Kader der Schwarz-Gelben.

Seine Nebenrolle überrascht den 21-Jährigen aber nicht. „Dass ich hier nicht gleich der absolute Führungsspieler bin, war mir klar“, erklärte er unlängst dem ‚Sportbuzzer‘. Und weiter: „Wir haben beim BVB eine überragende Qualität, vor allem im Mittelfeld. Da ist es logisch, dass wir bei der Menge der Spiele auch viel rotieren. Alles ist so eingetroffen, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Fraglich, ob dem wirklich so ist.

Spiele: 16
Startelf: 9
Spielanteile in Prozent: 45,7
Tore: 0
Vorlagen: 5

Standing

Der mittlerweile geschasste Ex-Coach des BVB, Peter Bosz, lobte Dahoud zwar regelmäßig öffentlich – „ich bin zufrieden mit ihm“ – allerdings tat er dies auch mit einer Menge anderer Spieler aus seinem Kader. Tatsächlich musste der Neuzugang sein Spiel umstellen, sodass eine gewisse Eingewöhnungszeit absehbar war. Doch noch immer hat sich der U21-Europameister nicht unverzichtbar gemacht.

Das beweist auch die erste Aufstellung von Neu-Trainer Peter Stöger. Bei seinem 2:0-Debütsieg in Mainz verzichtete der Österreicher auf Dahoud in der Startelf. Erst in der 70. Minute wurde der Techniker eingewechselt und verschluderte einige Großchancen. Wie sich das Standing des Zwölf-Millionen-Manns unter dem neuen Chef entwickeln wird, ist derzeit noch nicht absehbar.

Tops & Flops

Der Start beim BVB verlief für Dahoud eigentlich nach Maß. Trotz verspätetem Trainingseinstieg nach der U21-EM durfte der Youngster gleich im Supercup von Beginn an ran, wurde jedoch schon zur Pause ausgewechselt. Zum Ligastart folgten dann drei Bankplätze in Folge, ehe er am vierten Spieltag in die Startelf rutschte. Gegen Köln (5:0), den HSV (3:0) und Ex-Klub Gladbach (6:1) lieferte Dahoud anschließend drei Assists in Folge. Mit der beginnenden BVB-Krise schwand aber auch die eigene Form.

Beim schmeichelhaften 2:1-Erfolg in Augsburg enttäuschte Dahoud und fiel anschließend mit einer Nackenprellung aus. Nach seinem Kurz-Comeback in Stuttgart (1:2) folgte der negative Höhepunkt: Beim Revierderby gegen Schalke 04 fehlte der Achter – obwohl einsatzfähig – im Spieltagskader. Erst als der mittlerweile unter Druck geratene Bosz versuchte, krampfhaft Änderungen herbeizuführen, stand Dahoud wieder in der Startelf. Beim 2:3 bei Real Madrid zeigte er dann auch eine ordentliche Leistung.

Fazit

Ich bin überzeugt, dass er seine Leistung, die er schon angedeutet hat, bei uns dauerhaft bringen wird“, sagte Michael Zorc bereits vor Monaten über seinen Neuzugang. Und tatsächlich geben Dahouds Talent und seine Leistungen für Borussia Mönchengladbach Anlass zur Hoffnung. Entscheidend für seine Entwicklung wird sein, dass Dahoud zum einen an seinem Torabschluss und zum anderen an seinen Defensivqualitäten arbeitet. Schon in Gladbach wurde ihm häufiger vorgeworfen, nicht zu wissen, „was in seinem Rücken geschieht“.

Nicht wenige sehen in Dahoud den ebenso legitimen wie verspäteten Nachfolger von Ilkay Gündogan, der den BVB 2016 in Richtung Manchester City verließ. Beide ähneln sich in ihrer Spielanlage tatsächlich sehr. Und auch ihr Start in schwarz-gelb verläuft nahezu symmetrisch. Gündogan brauchte ebenso wie Dahoud eine lange Anlaufzeit, ehe er sich in der Rückrunde 2011/12 zum Stammspieler aufschwingen konnte. War er in der Folge fit, zählte er über Jahre stets zu den absoluten Leistungsträgern beim BVB. Eine Entwicklung, die auch Dahoud anstrebt.

Ordentlicher Start, aber da muss noch mehr kommen: FT verteilt die Zwischennote 3- für Sommerneuzugang Mahmoud Dahoud.

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