Jedes Mal, wenn ich zur Nationalmannschaft komme, kann ich spüren, dass viele denken, ich würde bei PSG nicht viel spielen, sondern viel auf der Bank sitzen“, sagt Draxler im Interview mit ‚Goal.com‘ und ‚Spox.com‘ über seine Wahrnehmung in Deutschland.

90 Prozent Einsatzquote

Ein Trugschluss. Denn eigentlich ist das genaue Gegenteil der Fall. Seit seiner Ankunft an der Seine stand der Mittelfeldspieler in 90 von 100 möglichen Pflichtspielen auf dem Feld, erzielte dabei 18 Tore und gab 16 Assists.

Eigentlich ein Indiz dafür, dass Draxler den Durchbruch beim Weltklub PSG geschafft hat. Wäre da nicht das große Manko, dass der 24-Jährige wenn es ernst wird, häufig auf die Bank muss – wie etwa zuletzt gegen den FC Liverpool (2:1).

„Wertvoll für PSG“

An und für sich hat Draxler aber einen guten Weg eingeschlagen, findet Aurélien Léger-Moëc. „Draxler spielt eine gute Saison“, sagt der FT-Frankreich-Korrespondent, „er ist wertvoll für das Team. Denn er spielt einfach“.

Der Footmercato-Journalist führt aus: „Um ihn herum spielen viele Künstler. Er spielt einfach und gibt dem Team damit Fluidität. Außerdem hat er sich defensiv verbessert. Er bringt mehr Energie in seine Zweikämpfe.“

Defensivere Rolle

Das liegt sicherlich auch an der neuen Position, die Thomas Tuchel für ihn gefunden hat. Während Draxler bei Schalke 04 und in Wolfsburg meist als Linksaußen oder als Zehner auflief, bekleidet er nun defensivere Rollen.

Ich fühle mich auf der Acht sowie im Mittelfeld sehr wohl. Während der letzten Spiele habe ich sogar häufiger auf der Sechs gespielt, auch das ist okay für mich. Ich fühle mich mit Ball sehr wohl“, sagt der 49-fache Nationalspieler.

Endspiel in der Königsklasse

Doof für Draxler: Am morgigen Dienstag wird es für PSG mal wieder ernst. Bei Roter Stern Belgrad (21 Uhr) geht es für die Franzosen um den Einzug ins Champions League-Achtelfinale. Ohne den Deutschen?

Im Mittelfeld wird Tuchel wohl auf die Besetzung vom Liverpool-Spiel setzen. Wenn der halb-interessierte deutsche Fußballfan also morgen einschaltet, wird er wohl weiterhin denken, Draxler sei bei PSG der klassische Bankspieler. Trugschluss hin oder her.