Im Sommer 2017 schockte Paris St. Germain die Fußball-Welt. Nachdem der Scheichklub bereits 222 Millionen Euro für Neymar ausgegeben hatte, folgte am Deadline Day die Verpflichtung von Kylian Mbappé von der AS Monaco für 180 Millionen. Fünf neue Enthüllungen von ‚Football Leaks‘ und ‚Mediapart‘ zeigen, wie der Deal mit dem damals 18-Jährigen ablief.

Real zunächst der Favorit

Eigentlich schien es Mbappés Plan zu sein, seinen Vertrag in Monaco zu verlängern. Zumindest trat er mit dem Klub in Verhandlungen und forderte dasselbe Gehalt wie Kapitän Falcao: Acht Millionen Euro netto. Monaco lehnte ab, weshalb Spieler und Klub anfingen, mit anderen Klubs zu verhandeln. Am 20. Juli einigte man sich mit Real Madrid auf ein Transferpaket, das eine Ablöse von 180 Millionen Euro umfasste. Die Königlichen hätten zudem noch 34 Millionen an Steuern zahlen müssen.

Schlussendlich entschied sich Mbappé jedoch um und präferierte einen Transfer zu PSG. Monaco-Sportchef Dimitri Vasyliev sträubte sich zunächst, das Supertalent an einen direkten Konkurrenten zu verkaufen, doch nach langen Verhandlungen einigten sich die Parteien. PSG zog mit Real gleich und bot 180 Millionen. Der Transfer ging am Deadline Day über die Bühne.

Mbappé-Leihe war kostenlos

Darüber, für wie viel Euro Mbappé letztendlich die Klubs gewechselt hat, herrscht in deutschen Medien oft Uneinigkeit. Eine geläufige Version ist, dass der damals 18-Jährige zunächst für 45 Millionen Euro ausgeliehen und ein Jahr später per verpflichtender Kaufoption für 135 Millionen fest unter Vertrag genommen wurde. PSG habe diese Version gewählt, um mit dem Financial Fairplay der UEFA konform zu gehen.

Das entspricht so offenbar nicht ganz der Realität. Stattdessen bestätigen die neuesten Enthüllungen eine andere Version, nach der Mbappé kostenlos nach Paris verliehen wurde. 2018 griff dann eine Kaufpflicht über 145 Millionen. Um weitere 35 Millionen Euro wird diese Summe steigen, falls PSG mit dem Spieler verlängert oder ihn verkauft. Das Financial Fairplay spielte bei diesem Modell offenbar keine Rolle. Stattdessen ging es um Steuerersparnisse.

Das Gehalt

Auf ein Handgeld über fünf Millionen Euro einigten sich Spieler und Verein schnell. PSG kann diese Summe über zwei Jahre in zwei Raten zahlen. Beim Gehalt kam es offenbar zu größeren Diskussionen. Mbappé forderte 9,5 Millionen in seinem ersten Vertragsjahr, doch stattdessen setzte sich der Scheichklub mit dem Wunsch nach einem gestaffelten Salär durch. Nun kassierte Mbappé sieben Millionen netto in Jahr eins, 9,3 Millionen in dieser Saison und jeweils eine Million mehr in jeder weiteren Spielzeit bis zu einem Maximum von zwölf Millionen.

Die Klauseln

Mbappé und seine Berater versuchten, mehrere außergewöhnliche Klauseln in seinem Vertrag unterzubringen. PSG ließ sich jedoch nur auf wenige ein. Für den möglichen Gewinn des Ballon d’Or wollte Mbappé vertraglich fixieren, dass er zum bestbezahlten Spieler von PSG wird. In diesem Fall hätte er mehr verdient als Neymar, der satte 30 Millionen Euro jährlich bekommt. Der Klub lehnte ab.

Ebenso wollte Mbappé eine Bonuszahlung für den Fall, dass die UEFA PSG von der Champions League ausschließt. Abgelehnt. Eine weitere Forderung: 50 Stunden Flugzeit in einem Privatjet pro Jahr. Abgelehnt. Angenommen: 30.000 Euro zusätzlich pro Monat, mit denen Mbappé seine Miete, einen Butler, einen Fahrer und einen Sicherheitsmann bezahlt.

Wer beim Deal mitprofitierte

Aus den Dokumenten, die Football Leaks vorliegen, geht hervor, dass auch Jorge Mendes am Mbappé-Transfer beteiligt war. Der Star-Berater, der unter anderem Cristiano Ronaldo vertritt, verdiente offenbar neun Millionen Euro – und das, obwohl er Mbappé überhaupt nicht berät. In welcher Form er involviert war, ist unklar. Zudem landete der Rest der Ablöse offenbar nicht in den Vereinskassen der AS Monaco, sondern unmittelbar in der Tasche von Klubbesitzer Dimitri Rybolovlev.