Die Tage von Leonardo Jardim bei der AS Monaco sind gezählt. Wie der Champions League-Teilnehmer am heutigen Donnerstag mitteilte, muss der Coach nach mehr als vier Jahren im Amt seinen Hut nehmen. 2017 führte der Portugiese den Klub noch zur Meisterschaft, mittlerweile steht man nach einem Fehlstart auf Platz 18 der Ligue 1.

So bitter die Trennung vom Talente-Förderer auch sein mag – es öffnet sich eine neue Tür für die Monegassen. Und erst recht für eines der größten Aushängeschilder der eigenen Jugendabteilung. Thierry Henry, der 1994 im Fürstentum zum Profi wurde, gilt als Top-Kandidat auf die Nachfolge von Jardim.

Erster Schritt mit Bedacht

Dass der einstige Weltklassestürmer (Juventus Turin, FC Arsenal, FC Barcelona, New York Red Bulls) eine Trainerkarriere anstrebt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Seit gut zwei Jahren ist der 41-Jährige als Co-Trainer der belgischen Nationalmannschaft tätig. Seinen ersten Schritt als Chefcoach will Henry aber mit Bedacht wählen.

Ein Angebot des englischen Zweitligisten Aston Villa lehnte er deshalb zuletzt ab. Medienberichten zufolge sieht er dagegen Monaco als idealen Ort, um seine zweite Laufbahn zu starten. Es heißt, nur noch Details seien zu klären, ehe der Weltmeister von 1998 im Stade Louis II anheuert. Anfang kommender Woche könnte es soweit sein.

Verstärkung im Winter

Um Henry den Einstand so leicht wie möglich zu machen, soll die junge Truppe der Monegassen schon im Winter verstärkt werden. ‚Nice-Matin‘ sprach mit einer anonymen Quelle innerhalb des Klubs, die angibt: „Das Team ist schlecht zusammengestellt. Wir brauchen erfahrene Spieler.“ Im Sommer gab Monaco 128 Millionen Euro aus und nahm atemberaubende 315 Millionen ein.

Geld ist also noch vorhanden. Der Insider weiter: „Wir suchen einen Linksverteidiger, einen defensiven Mittelfeldspieler und einen Innenverteidiger.“ Freilich wird Henry aber auch auf weite Teile des vorhandenen Personals setzen. Youri Tielemans und Nacer Chadli kennt er bereits aus der Nationalmannschaft. Die beiden Belgier freuen sich schon auf die Zusammenarbeit, heißt es.

Belgiens Stürmer Romelu Lukaku ließ im Sommer durchblicken, dass Henry nahezu besessen von Fußball ist. „Er ist möglicherweise der einzige Mensch, der noch mehr Fußball schaut als ich“, sagte der United-Star bei ‚Players Tribune‘. Man debattiere sogar „leidenschaftlich über deutschen Zweitligafußball“, so Lukaku.

„Hast du Fortuna gesehen?“

So habe er Henry einst gefragt: „Hey, hast du Fortuna Düsseldorfs Taktik gesehen? Und er antwortet: ‚Sei nicht albern, na klar habe ich das’.“ Wer Henry einmal im englischen Fernsehen in seinem Job als TV-Experte gesehen hat, dem ist klar, wovon Lukaku redet. Fast schon legendär ist ein Auftritt, in dem er Pep Guardiolas Positionsspiel beim FC Barcelona erläutert.

Auch in Monaco darf man sich deshalb demnächst wohl auf ambitionierten und technisch feinen Fußball freuen. Ob man sich dabei die spielerisch ansprechende Fortuna zum Beispiel nimmt? Fraglich bis möglich. Interessant und vielversprechend ist die Reunion zwischen der AS Monaco und Thierry Henry aber allemal. Ob dessen Trainerkarriere aber am Ende mit der Spielerkarriere mithalten kann, steht auf einem anderen Blatt.