Erst zweimal lief Julian Draxler für Paris St. Germain auf und doch scheint der Deutsche in der französischen Hauptstadt schon angekommen zu sein. Die Zeit beim VfL Wolfsburg, die in den zurückliegenden Monaten zu einem großen Missverständnis ausartete, hat Draxler schneller als erwartet vergessen gemacht.

Sowohl beim Pflichtspieldebüt im nationalen Pokal gegen den SC Bastia (7:0) als auch bei seinem ersten Ligaeinsatz gegen Stade Rennes (1:0) schoss sich der 23-Jährige mit äußerst sehenswerten Treffern auf Anhieb in die Herzen der PSG-Fans – und seiner Mitspieler. „Sein Tor war schöner als mein Pass, der nicht wirklich entscheidend war“, lobte Mitspieler Marco Verratti seinen neuen Kameraden nach der Partie in Rennes über den grünen Klee.

Wir haben einen Spieler wie ihn gebraucht“, freute sich der Mittelfeldlenker, dass er mit dem über 40 Millionen Euro schweren Neuzugang eine neue Offensivwaffe im Starensemble der Franzosen begrüßen kann. Thiago Motta schlägt in die gleiche Kerbe: „Das Tor von Draxler? Ich denke, dass die gesamte Aktion schön war.

Draxler hat sich in Paris schnell integriert und lebt offenbar das vor, was er in Wolfsburg vermissen ließ. „Er hat die Mentalität, mit seinen Teamkollegen zu spielen und zu kombinieren. Mit seinen Qualitäten kann man das Spiel genießen, insbesondere wenn man in Ballbesitz ist. Er ist jemand, der uns helfen kann, den Unterschied auszumachen, wenn der Ball vorne ist“, lobt Routinier Motta den Neuankömmling.

Draxler begeistert im PSG-Trikot – und sorgt womöglich für das ein oder andere ratlose und verärgerte Gesicht in der Autostadt. Mit seiner Leistungsexplosion lässt der Nationalspieler erahnen, wie unwohl er sich beim VfL gefühlt haben muss, wie sehr er die Flucht aus Wolfsburg herbeigesehnt hat. Draxlers Turbostart setzt eine erste Duftmarke: Wolfsburg rätselt, Frankreich verneigt sich.