Jonas Boldt und Bayer Leverkusen haben Vorwürfe zurückgewiesen, nach denen sie Beratern mit einem Scheinangebot zu Provisionszahlungen verholfen haben. Laut ‚Spiegel‘-Enthüllungen auf Grundlage der Daten von ‚Football Leaks‘ hat der damalige Bayer-Kaderplaner im Jahr 2015 eine E-Mail von der Spieleragentur ‚Spielerrat‘ formulieren lassen, die er dann offiziell in seinem eigenen Namen an die Agentur versendete. Ihr Inhalt: Eine Interessensbekundung für Torwart Lukasz Fabianski, der damals bei Swansea City spielte und zu den Klienten von ‚Spielerrat‘ gehört.

Die Agentur leitete die Boldt-Mail an Swansea weiter, das daraufhin den Vertrag des Polen inklusive Gehaltserhöhung verlängerte. Die Berater kassierten eine Millionen-Provision. Der ‚Spiegel‘ spricht von einem Scheinangebot von Bayer, mit der Absicht Swansea zu einer Verlängerung zu zwingen. Bayer widerspricht. „Wir mussten uns auf einen möglichen Wechsel von Bernd Leno vorbereiten. Das war zu dem Zeitpunkt ein realistisches Szenario. Wir haben den Torwart-Markt sondiert. Fabianski war ein Kandidat, mit dem wir uns beschäftigt haben – nicht mehr und nicht weniger“, erklärt Geschäftsführer Rudi Völler der ‚Bild‘. Boldt gibt zwar zu, dass ‚Spielerrat‘ eine E-Mail für ihn vorformuliert hatte. Dem habe er aber nur zugestimmt, weil diese zu „100 Prozent im Sinne unseres Klubs war“.