Ilkay Gündogan dachte zwar nicht über einen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach, die Ereignisse des Sommers hallen aber beim Mittelfeldspieler noch nach. „Es gab zwar keine Rücktrittsgedanken, aber es gab Zweifel nach der Sache mit den Fotos, ob es jemals wieder so werden kann wie früher“, räumt der 27-Jährige im ‚WAZ‘-Interview ein, „wenn man von vielen so attackiert wird, von den eigenen Fans ausgepfiffen und von einem deutschen Politiker beleidigt wird, dann macht man sich Gedanken. Aber ich will nicht davonlaufen. Ich will mich der Situation stellen. Das habe ich damals in Leverkusen gemacht, als es abzusehen war, dass es Pfiffe gegen mich geben wird. Und das war extrem schwer.

Das Testspiel in der BayArena gegen Saudi-Arabien (2:1) hinterließ bei Gündogan Spuren: „Ich werde es bis zum Ende meines Lebens nicht vergessen: Ich musste mich nach dem Spiel in der Kabine erst einmal auf der Toilette einsperren und zehn Minuten durchatmen. Ich war sauer, enttäuscht und traurig. Aber ich weiß, dass man im Leben schwierige Momente durchstehen muss. Dem wollte ich mich damals stellen, und das will ich auch in Zukunft. Wenn ich jetzt nominiert werde, dann bin ich bereit.