Ewald Lienen hat sich deutlich zur Entwicklung im Fußball geäußert. „Wir sind gerade dabei, die Verankerung unseres Fußballs an der Basis zu gefährden durch Aufblähung von Wettbewerben, Zersplitterung von Spieltagen, durch völlig überzogene Finanzexzesse sowohl im Gehalts- als auch im Transferbereich sowie durch die bekannten kriminellen Machenschaften von Topfunktionären, die das Vertrauen in die Verbände erschüttert haben“, gibt der Technische Direktor des FC St. Pauli im ‚Welt‘-Interview zu Protokoll, „ich muss nicht akzeptieren, wie unser Fußball organisiert und dadurch gefährdet wird. Ich glaube fest daran, dass ein anderer Fußball möglich ist, so wie auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen Veränderungen nötig sind, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt rücken.

Der frühere Trainer der Kiezkicker, der im vergangenen Sommer den Trainerposten für Olaf Janßen freimachte und die Position des Funktionärs übernahm, sieht auch die Politik in der Pflicht: „Unsere Politiker haben es immer noch nicht begriffen, dass der Sport mit all seinen Möglichkeiten im Mittelpunkt der Gesellschaft stehen sollte. Wenn man nur ein bisschen daran glaubt, dass der Sport eine gesellschaftliche Wirkung hat, dann muss man auch politisch aktiv werden, muss Lobbyarbeit betreiben und die Politik pushen. Der DFB und der Deutsche Sportbund haben diesbezüglich eine hohe politische Verantwortung.