Nicolai Müller hat sich das vergangene Jahr deutlich anders vorgestellt. „Vor dem ersten Saisonspiel gegen Augsburg hatten mein Berater, Jens Todt und ich gute Gespräche, alle Seiten waren zufrieden und ich sollte am kommenden Dienstag nur noch unterschreiben. Dann habe ich mir aber gegen Augsburg das Kreuzband gerissen – und plötzlich war alles doch nicht mehr so klar“, erklärt der 30-Jährige im Interview mit der ‚Bild‘. Der Aufsichtsrat des Hamburger SV blockierte die Verlängerung anschließend.

Müller ist mit dem Verhalten der HSV-Verantwortlichen nicht einverstanden: „Bis weit nach der Saison ist kein einziger Verantwortlicher aus dem Klub mehr auf mich zu gekommen. Ich habe mir mit meiner Zukunfts-Entscheidung lange Zeit gelassen, weil ich Hamburg nicht unter Druck setzen wollte. Aber offenbar hat keinem etwas daran gelegen, dass ich bleibe. Plötzlich hatte ich sogar das Image eines Söldners, der den Klub verlässt, nur weil er absteigt.“ Auch Trainer Christian Titz wird von der Kritik nicht ausgenommen: „Titz hat nie ein Wort mit mir geredet, er hat mich kein einziges Mal auf meine Zukunft angesprochen.“ Da sein Vertrag Ende des Monats ausläuft, wechselt Müller nun ablösefrei zu Eintracht Frankfurt.