Schließt das Transferfenster in der Premier League ab der Saison 2018/19 schon vor dem offiziellen Ligastart? Dieses Szenario ist zumindest alles andere als unwahrscheinlich, wie die englische ‚Times‘ berichtet. Demnach kommt es am morgigen Donnerstag auf der Insel zu einer Abstimmung unter den 20 Teilnehmern aus dem britischen Oberhaus.

Bei dem Votum soll es darum gehen, ob die Transferplanungen der Premier League-Klubs künftig bereits vor dem Ligastart abgeschlossen sein sollen. Ein Inkrafttreten dieser Regeländerung wird als wahrscheinlich eingestuft. Dazu müssten mindestens 14 der 20 Teilnehmer einer Verkürzung der Transferperiode zustimmen. Glaubt man den Aussagen von West Ham Uniteds Vize-Chefin Karren Brady, wird es mindestens 17 Befürworter geben. Geplant sei vorerst eine Drosselung auf Probe.

Gegner dieses Vorhabens argumentieren hingegen, dass den englischen Vereinen ein erheblicher Nachteil daraus entstehen würde, dass die Regeländerung zunächst nur in England greift. So müsse man zwar nach Saisonstart noch den Abgang eines Akteurs in einer andere europäische Topliga befürchten, könnte in diesem Fall aber nicht mehr nachrüsten.

UEFA unterstützt Kürzen der Transferperiode

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin würde die Regeländerung ebenfalls begrüßen. „Ich bin mir der ernsthaften Diskussionen in Europa bewusst, die eine Verkürzung der Transferperiode im Sommer vorsehen und wir verfolgen diese intensiv. Meiner Meinung nach ist es keine gute Entwicklung, wenn Spieler für den einen Klub spielen, wenn die Liga startet und für einen anderen, wenn der Markt schließt. Ich würde sagen, dass das Fenster vielleicht etwas zu lange geöffnet hat und würde eine Verkürzung unterstützen“, so der 49-Jährige.

Auch in Deutschland hatten sich schon mehrere Bundesligamanager kritisch in Bezug auf die Laufzeit des Transferfensters im Sommer geäußert. So forderte Max Eberl, Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach, Anfang August im Gespräch mit der ‚Rheinischen Post‘: „Wenn Meisterschaften begonnen haben, darf ein Transfer nicht mehr stattfinden, weil es ja auch ein paar Vereine gibt, die sehr gute Spieler haben. Da gibt es Menschen, die kaufen deshalb Dauerkarten und Trikots – und auf einmal ist der Spieler weg. Das ist dann irgendwo auch Betrug am Fan.“ Borussia Dortmunds Geschäftsleiter Hans-Joachim Watzke oder auch LFC-Coach Jürgen Klopp bliesen zuletzt in dasselbe Horn.

FT-Meinung: Sollte die Regeländerung tatsächlich in Kraft treten und die Probezeit bestehen, müsste die UEFA aus Fairnessgründen zeitnah auch für eine Anpassung in den anderen europäischen Topligen sorgen. Vorteil an einer früheren Datierung des Deadline Days wäre sicherlich, dass sich die Vereine zum Saisonauftakt ausschließlich auf die sportliche Entwicklung konzentrieren könnten und Planungssicherheit hätten. Allerdings wird die Verkürzung die Vereine nicht davor schützen, wechselwillige Leistungsträger ziehen lassen zu müssen. Lediglich der Zeitpunkt wäre künftig ein anderer.