Bereits vor dem Amtsantritt von Pep Guardiola bei Manchester City in diesem Sommer wurden die ersten Wechselgerüchte um Yaya Touré laut. Aus der gemeinsamen Zeit beim FC Barcelona schien das Verhältnis zwischen dem Katalanen und dem Ivorer irreparabel geschädigt. Im Sommer 2010 wechselte Touré von Barça zu City, nachdem Guardiola ihm vermittelt hatte, dass er nicht mehr auf ihn baue. Zu langsam sei Touré für die Spielidee des 45-Jährigen. Der schlaksige Mittelfeldspieler wurde in der Premier League zum Weltklassespieler und viermal in Folge zu Afrikas Fußballer des Jahres. Zu zwei Meisterschaften führte Touré die Skyblues und wurde in der Fanszene zur Kultfigur.

Dementsprechend gespannt schaute die Fußballwelt auf Manchester, als Guardiola das Zepter von Manuel Pellegrini übernahm. Und all jene, die eine Wende zum Guten in der Touré-Guardiola-Posse prophezeiten, wurden ab dem Sommer nahezu wöchentlich bitter enttäuscht. Auch weil der Berater von Touré, Dimitri Seluk, keine Gelegenheit ausließ, Seitenhiebe gegen den spanischen Trainer zu verteilen. Die öffentlichen Beschuldigungen aller Parteien schienen zur Never Ending Story zu werden. Doch das vorläufige Happy End sparten sich die Protagonisten bis zum gestrigen Auswärtsspiel bei Crystal Palace auf.

Guardiola fordert – Touré liefert

Guardiola berief Touré überraschend in die Startelf der Citizens. Dieser Umstand alleine wäre eine Schlagzeile wert, wenn man bedenkt, dass Guardiola für den 33-Jährigen seit Ende August keine Verwendung hatte. Ein Abschied aus Manchester schien beschlossene Sache. Die Frage war nicht, ob Touré die Industriestadt verlässt, sondern wann und wohin. Guardiola reichte dem 97-fachen Nationalspieler mit der Beorderung in die Startelf die Hand und dieser wusste sich zu bedanken. Als wenn sich all die fußballerische Qualität und die Lust aufs Kicken in Touré aufgestaut hätten, lieferte er in seinem ersten Premier League-Einsatz in dieser Saison ab. Beim 2:1-Auswärtssieg von City erzielte die Nummer 42 beide Treffer.

Der Ex-Bayern-Coach zeigte sich im Anschluss sehr glücklich und deutete an, weshalb er nicht von Saisonbeginn auf den Ivorer setzte: „Ich freue mich so sehr für Yaya Toure. Denn er ist ein sehr netter Junge. Sein Gewicht ist nun perfekt, und seine Qualitäten sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben.“ Die Gewichtsdebatte um City führte der Spanier schon mit Samir Nasri und weiteren Spielern, denen er eine Diät auferlegte und sagte, dass sie erst wieder eine Option für ihn darstellen, wenn sie ihren Körper auf das Idealgewicht bringen.

Touré erwiderte das Lob seines Chefs und zeigte sich nicht weniger harmonisch: „Ich bin sehr glücklich, wieder auf dem Feld stehen zu können. Es war eine schwere Zeit. Aber heute bin ich dem Trainer dankbar, dass er mich spielen ließ“, sagte er und fügte über seinen Trainer an: „Er ist ein Trainer mit Prinzipien, der den Fußball sehr liebt. Der Fußball steht bei ihm immer im Fokus.“ Die Voraussetzung für ein endgültiges Happy-End scheint demnach gegeben. Ob Touré in den kommenden Wochen seine starke Leistung in weiteren Einsätzen bestätigen darf, bleibt abzuwarten. Davon wird auch die Zukunft des Fan-Lieblings rund ums Etihad Stadium abhängen.