Mit gutem Recht darf Hertha BSC behaupten, junge Talente aus dem eigenen Nachwuchs in den Profikader zu integrieren. Jordan Torunarigha, Arne Meier und Maximilian Mittelstädt sind die Belege der jüngeren Vergangenheit, John Anthony Brooks und Jérôme Boateng der älteren.

Ein vielversprechender Junge, der bisher nicht in den Genuss kam, dem Profikader von Pál Dárdai anzugehören, ist Muhammed Kiprit. Der Torjäger, seit Juli 18 Jahre alt, überzeugt in der U19 der Alten Dame mit bisher acht Treffern in zehn Partien.

Anders als seine gleichaltrigen Kollegen Florian Baak, Palko Dárdai, Arne Meier oder Julius Kade unterschrieb der türkische U19-Nationalspieler allerdings noch keinen Profivertrag in Berlin. Und gerade das macht Kiprit für die Konkurrenz aus Deutschland und England interessant.

Keine Chance bei Hertha?

Nach Informationen des ‚kicker‘ haben der FC Everton und West Ham United ein Auge auf den in Berlin geborenen Angreifer geworfen. Auch der VfL Wolfsburg gilt als interessiert. Allerdings wäre die Konkurrenz im Angriff der Wölfe ähnlich groß wie beim BSC. „Vorne sind wir natürlich gut ausgerüstet. Da haben wir Vedad Ibisevic und Davie Selke“, kommentiert Trainer Dárdai vielsagend.

Über Kiprit sagt der ungarische Coach: „Ich kenne ihn schon lange. Er ist noch ein wenig schüchtern bei uns, so oft hat er noch nicht mit uns trainiert. Er ist bei der A-Jugend richtig torgefährlich. Er hat gute Oberschenkel, kann gut den Ball halten und Tore erzielen. Schauen wir mal weiter.“ Dass der talentierte Deutsch-Türke den Sprung zu den Profis schaffen kann, denkt auch Michael Preetz. Vollends von Kiprits Zukunft bei der Hertha überzeugt scheint der Manager aber nicht.

Wir trauen natürlich auch ihm den Weg in den Profifußball zu. Aber wir müssen auch Sorge dafür tragen, wie wir diesen Weg gestalten. Das Wichtigste ist für uns, dass die Jungs Einsatzzeiten bekommen – in seinem Fall überwiegend in der U 19, aber auch in der U 23. Wir sind mit ihm und seinem Berater, wie das heutzutage üblich ist, im Austausch, wie wir die gemeinsame Zukunft über die Saison hinaus gestalten, die idealerweise auch in den Profifußball führen wird“, erklärte Preetz am Montagabend bei der Gesprächsveranstaltung ‚Hertha im Dialog‘.