Der FC Liverpool zeigte in der abgelaufenen Spielzeit zwei Gesichter. Im FA-Cup erreichte der englische Traditionsklub das Finale. Im Carling Cup war man siegreich und beendete damit eine Durststrecke von sechs Jahren ohne Titelgewinn. Zudem sicherte Liverpool sich damit vorzeitig die Teilnahme an der Europa League. Was sich zunächst wie eine erfolgreiche Saison liest, erhält beim Blick auf die Abschlusstabelle der Premier League ein anderes Gesicht.

Als Ziel war vor Saisonbeginn ein Platz unter den ersten vier ausgegeben worden. Am Ende wurde es nur Platz acht. Besonders schmerzlich für die Fans war es darüber hinaus, hinter dem Lokalrivalen FC Everton ins Ziel zu kommen. Die Tottenham Hotspurs auf dem anvisierten Champions League-Qualifikationsplatz waren am Ende gar 17 Punkte und damit meilenweit entfernt.

Zu weit für die Verantwortlichen, die auf der klubeigenen Homepage verlauten lassen: „Nach einem detaillierten Rückblick auf die Saison kam der Klub zu der Entscheidung, dass ein Wechsel angebracht ist. Es war keine einfache und keine voreilige Entscheidung. Die Suche nach einem neuen Trainer beginnt unverzüglich.

Der ‚Guardian‘ nennt unter anderem Jürgen Klopp von Borussia Dortmund als Kandidat für die Nachfolge Dalglishs. Das englische Blatt stuft eine Verpflichtung des 44-Jährigen allerdings zu Recht als „schwierig“ ein. Größere Chancen hat der Champions League-Sieger von 2005 bei André Villas-Boas. Der ehemalige Coach vom FC Chelsea gilt als Top-Favorit und ist sofort verfügbar. Der 34-jährige Portugiese kennt sich in der englischen Liga bestens aus und wäre zudem der große Name, den man sich in Liverpool wünscht.

Roberto Martínez von Wigan Athletic erfüllt dieses Kriterium nicht und scheint daher keine ernsthafte Option zu sein. Ebenso wenig wie Ex-Coach Rafael Benítez, der Liverpool 2010 verlassen musste. Damals wurde auch Didier Deschamps von Olympique Marseille angefragt, der sich zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht bereit fühlte, Frankreich zu verlassen. Das könnte zwei Jahre später anders aussehen. Der Franzose besitzt jedoch noch einen Vertrag bis 2014.