Arsène Wenger ist eine Institution. Nicht nur beim FC Arsenal oder der Premier League, sondern in der gesamten Fußballwelt. Seit 1996 ist der knochige Schlaks aus dem Elsass Trainer der Gunners. Er revolutionierte den einst als langweilig geltenden Klub und den Fußball in der Premier League ähnlich wie Jürgen Klopp es mit Borussia Dortmund tat. Im Sommer aber läuft Wengers Vertrag in London aus. Und die Anzeichen verdichten sich, dass es die letzte Saison des 67-Jährigen sein könnte.

Arsenal ist nicht Arsène Wenger. Sie sind nicht ein und dieselbe Sache. Es war immer sehr klar, dass es eine gegenseitige Entscheidung ist, wie lange er hier noch weitermacht. Beide müssen in dieser Sache den gleichen Standpunkt vertreten“, deutete Arsenal-Geschäftsführer Ivan Gazidis im Oktober an, dass eine Vertragsverlängerung kein Selbstläufer ist. Englische Medien wetzen seither die Gerüchteküchenmesser, fordern nach 21 Jahren eine Veränderung auf der Trainerbank der Nordlondoner.

Hasenhüttl ein geeigneter Kandidat

Die ‚Sun‘ bringt am heutigen Mittwoch Ralph Hasenhüttl als geeigneten Kandidaten für die Wenger-Nachfolge ins Spiel. Das englische Blatt vergleicht den Fußball, den der österreichische Trainer bei RB Leipzig spielen lässt, mit dem des BVB unter Klopp, nur mit jüngeren Spielern. Oder dem Stil von Mauricio Pochettino bei den Spurs. Deshalb sei Hasenhüttl für Arsenal passend, so das Fazit.

Allerdings unterschrieb der 49-Jährige erst im Sommer einen Dreijahresvertrag bei den Sachsen. Es läuft blendend beim Trainer, für den es bei seinen Stationen in Aalen, Ingolstadt und jetzt Leipzig immer nur steil nach oben ging. In Sachsen und in der Konzernzentrale in Hasenhüttls Heimat Österreich würde man sich aber sicher querstellen, käme eine Anfrage aus London.

FT-Meinung: Als Wenger bei Arsenal anfing, kursierte in London vor allem eine Frage: „Arsène who?“ Der Franzose aber belehrte seine Kritiker eines besseren, belebte Verein und Liga. Zuzutrauen wäre das auch Hasenhüttl, dessen modernes Konzept auch den Ballbesitzfußball der Gunners wieder beleben könnte. Und sollte Arsenal, ein international renommierter Traditionsklub, ihm tatsächlich ein Angebot vorlegen, dürfte die Versuchung groß sein. Auch wenn man in Leipzig tobt.