Mit 1:0 hatte Real Madrid das Hinspiel bei CD Leganés gewonnen. Am Weiterkommen im Rückspiel vor heimischem Publikum zweifelte folglich keiner – auch nicht Zinédine Zidane. Schließlich hatte sein Team beim 7:1 am Wochenende gegen Deportivo La Coruña ansteigende Form bewiesen. Der Trainer der Madrilenen war sich so sicher, dass er Cristiano Ronaldo, Toni Kroos und Gareth Bale gar nicht erst in den Kader aufnahm.

Ein folgenschwerer Fehler, wie auch der Franzose jetzt weiß. Denn Real vergeigte das Spiel gegen einen vor allem kämpferisch überzeugenden Gegner komplett. Am Ende siegte Leganés, Tabellen-13. in La Liga, mit 2:1 und zog ins Halbfinale der Copa del Rey ein.

Die Verantwortung für das blamable Aus nahm Zidane nach dem Spiel auf sich. „Das ist ein Desaster und das geht auf meine Kappe. Ich bin verantwortlich. Ich stehe immer zu meinen Entscheidungen. Das ist meine schlimmste Nacht“, erklärte der sichtlich geknickte Coach. Was seinen Job vor allem gefährdet, ist aber nicht das Pokal-Fiasko. Es ist vielmehr die spielerische Armut, die sein Team über über weite Strecken der Saison offenbart.

19 Punkte Rückstand auf den FC Barcelona sprechen eine deutliche Sprache. Auch Zizou weiß, was man von ihm erwartet: „Ich bin derjenige, der Lösungen finden muss. Ich muss dafür sorgen, dass wir effektiver werden.“

In drei Wochen steht das Achtelfinale in der Champions League auf dem Programm. Die Königsklasse ist seit gestern der einzige Wettbewerb, in dem die Königlichen noch einen Titel holen können. Mit Paris St. Germain wartet aber ein dicker Brocken, gegen den der Titelverteidiger in der aktuellen Form kaum Chancen haben wird. Zidane muss also schnell den Schalter umlegen. Ein Ausscheiden aus der Königsklasse würde wohl auch sein Aus besiegeln.