22 Millionen Jahresgehalt, Vertrag bis 2022: Gareth Bale war auf dem besten Weg, neuen Glamour in die Chinese Super League zu bringen. Der Transfer zum Tabellenfünften Jiangsu Suning scheiterte jedoch kurz vor dem Ziel.

Real Madrid forderte eine zu hohe Ablöse – oder Jiangsu wollte zu wenig zahlen für den königlichen Rechtsaußen, eine Frage der Perspektive. Laut ‚Times‘ verlangte Real 55 Millionen Euro. Kurios: Die Asiaten wollten angeblich gar nichts zahlen und Bale zum Nulltarif holen.

Hintergrund ist, dass in China eine Steuer von 100 Prozent für Transfers ausländischer Spieler fällig wird, deren Ablöse bei über 5,5 Millionen Euro liegt. Real machte das Spiel nicht mit, schließlich hatten die Madrilenen vor sechs Jahren satte 101 Millionen Euro für Bale auf den Tisch gelegt.

Auch die Suning Group und ein womöglich krummer Deal sollen für Zweifel gesorgt haben. Das chinesische Unternehmen ist nicht nur Besitzer von Jiangsu, sondern auch von Inter Mailand. Die Befürchtung von Real-Präsident Florentio Pérez: Bale könnte durch die kostengünstige Hintertür nach Europa zurückkehren.

Wohin mit Bale?

Bleibt die Frage, was nun aus dem 30-jährigen Großverdiener wird. Die ‚Marca‘ bringt zwei Szenarien ins Spiel: So könnte Bale einen anderen Verein in China finden, der sein Topgehalt stemmen will. Das Transferfenster im Reich der Mitte schließt aber schon am Mittwoch.

Oder ein Comeback bei Tottenham Hotspur wird wieder zum Thema. In London müsste Bale aber mit einem geringeren Einkommen als in Madrid oder China auskommen. Und auch in England endet die Wechselperiode schon am 8. August.

Grundsätzlich soll Real jedenfalls trotz des monatelangen Ausfalls von Marco Asensio weiter zu einem Bale-Verkauf bereit sein. Der spanische Rekordmeister ist auf Einnahmen angewiesen, um Wunschspieler Paul Pogba an Bord zu holen. Ein Spiel gegen die Zeit.